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Die Rätersiedlung "Himmelreich" zwischen Wattens und Volders

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Wattener Himmelreich – Luftaufnahme (Heimatmuseum Wattens)
Wattener Himmelreich – Luftaufnahme ©Heimatmuseum Wattens

Zwischen Volders und Wattens im Tiroler Unterinntal erstreckt sich auf der südlichen Talseite eine bewaldete Anhöhe, das Wattener „Himmelreich“. Die Siedlung war vom dritten oder vom Anfang des zweiten Jahrtausends vor Christus bis zum Einfall der Römer kurz vor Christi Geburt bewohnt. Damals lebten hier die Räter, die Urbevölkerung Tirols. Die Römer dürften das Dorf zerstört haben.

Zwischen 1953 und 1955 wurden im Zuge von Ausgrabungen zahlreiche Fundgegenstände zutage gefördert. Diese Funde sind heute im Heimatmuseum Wattens ausgestellt. Dazu gehören Schmuck aus Glas und Bronze, Schlüssel, Messer, Arbeitsgeräte sowie Pfeil- und Speerspitzen.

Auf der obersten Kuppe der Anhöhe fand man Grundrisse und niedere Mauerreste von Häusern, die zu einem allein stehenden befestigten Herrenhof gehörten. Die Häuser sind in den Felsengrund eingeschnitten, der Naturfelsen konnte als Wand für das Erdgeschoss verwendet werden. Darüber erbauten die Bewohner ein Stockwerk und das Dach. Die Grundfläche betrug 30 bis 40 Quadratmeter, im Erdgeschoss waren ein oder zwei Räume. Eine auf das 5./4. Jahrhundert vor Christus zurückgehende, mit einer Palisade erhöhte Ringmauer in elliptischer Form schützte die burgartige Anlage. Vermutlich befand sich hier auch ein Brandopferplatz. In einer großen Zisterne konnte das Regenwasser gesammelt werden, rund 14.000 Liter.

Wattener Himmelreich – Schmuck (Heimatmuseum Wattens)
Wattener Himmelreich – Schmuck ©Heimatmuseum Wattens



         
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