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Aids und Grippen, SARS und andere viröse Epidemien
Grippen, SARS und andere viröse Epidemien - Erklärungen und Datenbestände

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Grippe - Erklärungen
und Informationen

 

SARS - Erklärungen
und Informationen

 

Grippe und SARS -
einige Datenbestände

     

  Die Bezeichnung Grippe stammt aus dem Französischen und hat eigentlich die Bedeutung von "Grille" oder "Laune". Sie ist auf das plötzliche, sprunghafte Auftreten der Erkrankung zurückzuführen. Der Begriff Influenza ist vom lateinischen influere abgeleitet und bedeutet "sich einschleichen", "einfließen".
Eine Influenza ist eine akut auftretende, fieberhafte, durch Viren hervorgerufene schwere Infektionskrankheit. Im Gegensatz zum grippalen Infekt, einer Erkältungskrankheit, handelt es sich bei der Influenza um eine ernste Erkrankung, die häufig zum Tode führt.
Die Grippe wird durch Influenza-Viren der Typen A, B und C hervorgerufen. Viren des Typs A zeigen besonders häufig Veränderungen ihrer Antigenstruktur, die in erster Linie auf Veränderungen zweier Eiweiße (Hämagglutinin und Neuraminidase), die sich in der Hülle des Virus befinden, hervorgerufen werden. Sie sind für das epi- bzw. pandemische Auftreten der Influenza verantwortlich, während Viren der Typen B und C eher einzelne Erkrankungen bedingen.
     
Symptome bei einer Grippe
  Die Erkrankung beginnt plötzlich mit einem steilen Fieberanstieg, oft von Schüttelfrost begleitet. Zusätzlich treten schwere Kopf- und Gliederschmerzen auf und die Patienten fühlen sich schwer krank. Durch die Virusvermehrung in den oberen Luftwegen kommt es zu Reizhusten, Heiserkeit, Halsschmerzen, häufig auch zu Schmerzen hinter dem Brustbein. Infolge der Schleimhautschädigung besteht die Gefahr bakterieller Superinfektionen. Können diese vermieden werden, ist eine unkomplizierte Grippe nach etwa einer Woche ausgestanden. Leider treten jedoch häufig zusätzliche bakterieller Superinfektionen auf. Als Folge davon kommt es zu Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen oder Entzündungen des Herzmuskels. Seltener werden Übergriffe der Erkrankung auf den Magen-Darm-Trakt und das Zentralnervensystem beobachtet.
     
Infektions- oder Übertragungswege
  Die Influenza wird durch Tröpfcheninfektion, d.h. durch Niesen, Husten, Sprechen, sowie direkten Kontakt, z.B. Händegeben oder Küssen, übertragen. Die Viren besiedeln die Schleimhäute der oberen Luftwege. Die schweren Verläufe sowie Komplikationen der Grippe sind meist durch zusätzliche Infektionen mit bestimmten Bakterien, sogenannte bakterielle Superinfektionen, bedingt.
Die Inkubationszeit von Grippe beträgt einige Stunden bis zu 3 Tage.
     
Infektion und Theraphie
 

Die Grippeviren gelangen in die Atemweg. Dort heften sie sich mit Hilfe des Hämagglutinins an die Schleimhautzellen und dringen in diese ein. In den Schleimhautzellen vermehren sich die Viren.
Das Medikament Relenza blockiert die Neuraminicase, die das Ablösen des Virus von der Zelle ermöglicht. Der Erreger kann dann keine neue Zellen mehr infizieren.

     
Prophylaxe
  Die Prophylaxe besteht in einer Schutzimpfung. Diese ist jährlich zu erneuern, da ständig neue Antigenstrukturen auftreten können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dazu ein zentrales Meldesystem aufgebaut, um sofort mit der Entwicklung eines neuen Impfstoffes reagieren zu können, wenn ein "neues" Virus auftaucht. Die empfohlenen Impfstoffe stellen eine Mischung dar, die gegen verschiedene Influenza-Viren wirksam sind. Die Impfung sollte vor Beginn der Grippesaison im Oktober erfolgen.
Eine solche Grippe-Schutzimpfung schützt allerdings nicht vor einem grippalen Infekt (Erkältung). Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollten sich folgende Personengruppen impfen lassen (Stand 2003): Jugendliche und Erwachsene mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge eines Grundleidens: z. B. chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, Immunschwäche, HIV-Infektion.
   
   

SARS - einige Erklärungen und Informationen

   
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SARS:
S
chweres Akutes Respiratorisches (Atemnot) Syndrom

  Der Erreger SARS wurde vermutlich von einem erkrankten 64-jährigen Arzt aus der südchinesischen Provinz Guangdong nach Hongkong eingeschleppt, von wo aus sich die Krankheit dann nahezu weltweit ausbreitete. Bereits vor diesem Fall waren Erkrankungsfälle aus China einschließlich Hongkong, Vietnam, den Philippinen, Indonesien und aus Kanada gemeldet worden.
Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhärtete sich durch diesen Fall der schon lange bestehende Verdacht, dass die SARS-Fälle mit der seit November 2002 in Guangdong grassierenden Epidemie atypischer Lungenentzündungen in engem Zusammenhang stehen könnten. Ende März 2003 bestätigten die WHO-Experten, dass die Krankheitsfälle in Guangdong die Kriterien des SARS erfüllten und es sich um einen Ausbruch der selben Krankheit handelte.
Die chinesischen Behörden meldeten zu diesem Zeitpunkt 792 Verdachts- und 31 Todesfälle aus der Region. Dieser Teil Chinas, der eine sehr große Bevölkerungsdichte besitzt und wo viele Menschen auf engstem Raum bei sehr schlechten hygienischen Verhältnissen leben, gilt schon seit längerem als Ursprungsort für eine Reihe neuer und gefährlicher Infektionserkrankungen.
     
Erreger
  Bei dem Erreger handelt es sich um ein bisher beim Menschen noch nicht beobachtetes Virus aus der Familie der Coronaviren. Sein Genom wurde mittlerweile vollständig entschlüsselt. Zwei bisher schon bekannte Vertreter dieser Viren-Familie wird für etwa ein Drittel aller relativ harmlosen Erkältungserkrankungen verantwortlich gemacht. Die Erreger „springen“ vom Tier auf den Menschen und dies vor allem dort, wo Mensch und Tier auf engstem Raum zusammen sind. Am 22. Mai 2003 wurde von Wissenschaftlern der Universität von Hongkong der Verdacht geäußert, dass das Virus von der Zibetkatze auf den Menschen übertragen wurde. Die Zibetkatze ist vor allem in Südchina ein beliebtes Nahrungsmittel.
     
Infektionsweg
  Die Übertragung findet vor allem und unbestritten über eine Tröpfcheninfektion bei engerem Kontakt zu einem Infizierten, also über den Atemtrakt, statt.
Aber in Hongkong wurde ein ganzer Wohnblock mit über 100 Erkrankten unter Quarantäne gestellt. Die Erkrankungsfälle von Personen, die im gleichen Haus wohnen, ließen den Verdacht aufkommen, dass die Krankheit ansteckender ist, als bislang angenommen. Nachdem bisher davon ausgegangen wurde, dass es nur durch den engen Kontakt mit einem Infizierten zu einer Ansteckung kommt, wird mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen, dass sich der Erreger des SARS auch über größere Entfernungen über die Luft, über das Trinkwasser, Fäkalien oder sogar die Klimaanlagen verbreiten könnte. Nach dem derzeitigen Wissensstand überlebt der Erreger unter normalen Bedingungen außerhalb eines Organismus mindestens 24 Stunden. Große Sorgen macht den Gesundheitsbehörden und Ärzten die Tatsache, dass das Virus über einem Monat nach einer Infektion immer noch, z.B. im Kot, der Betroffenen nachweisbar ist. Bei Temperaturen über 56° C lässt sich das Virus jedoch sehr gut inaktivieren. Dies ist z.B. von Wichtigkeit, wenn jemand in den gefährdeten Gebieten in Restaurants oder Imbissläden Speisen zu sich nimmt. Es sollten daher nur heiße Speisen gegessen werden, weil dann eventuell infiziertes Personal den Erreger nicht über das Essen weiter geben kann.
     
Inkubationszeit
  Die Zeit von einem infektiösen Kontakt bis zum Auftreten der ersten Symptome beträgt nach dem derzeitigen Wissensstand zwischen 2 - 7 Tagen, in sehr seltenen Fällen bis zu 12 Tagen. Infizierte Personen, bei denen es noch nicht zu Krankheitssymptomen gekommen ist, gelten als nicht infektiös, ihre Umgebung muss daher keine Übertragung befürchten.
     
Symptome
  Die folgenden Symptome werden bei der Erkrankung beobachtet, dabei sind die Hauptsymptome: hohes Fieber (> 38°C), schwerer Husten, Atemnot, kurzer Atem und Halsschmerzen.
Als weitere Symptome treten auf, bzw. können auftreten: Kopfschmerzen, Muskelsteife, Appetitlosigkeit, Verwirrtheitszustände, Durchfall, Hautausschlag und allgemeines Unwohlsein.
     
Prophylaxe
  Als Prophylaxe besteht nur die Möglichkeit, sich in den gefährdeten Gebieten von Menschenansammlungen fern zu halten und anderen Menschen nicht zu nahe zu kommen, um sich nicht über deren Husten u.ä. anzustecken. Eine medikamentöse Prophylaxe besteht nicht. Einen guten Schutz vor einer Ansteckung ist außerdem durch das Tragen eines geeigneten Mund-Nasenschutzes gegeben. Allerdings kann ein Mundschutz die Gefahr, sich anzustecken, lediglich verringern. Der sicherste Schutz gegen eine Viruserkrankung wäre eine Impfung. Die Entwicklung eines Impfschutzes gegen SARS wird aber vermutlich noch Jahre dauern.
   
   

Grippe und SARS - einige Datenbestände

   
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  "Grippe, eine Seuche schlimmer als die Pest"!

Auf jedem Friedhof der Erde sind Gräber der Grippetoten von 1918-20 zu finden. Während der Erste Weltkrieg zu Ende ging, jagte eine extrem letale Variante der Influenza rund um den Globus. Das war die schwerste bis heute bekannte Pandemie. Sie ging von Spanien aus und wurde daher die spanische Grippe genannt.
Damals erkrankten während vier Wellen ca. 500 Millionen Menschen. Man nimmt an, dass ca. 22. Millionen an der Influenza verstarben.
Die nächste verheerende Pandemie nahm 1957 ihren Ausgang von Asien (Asiatische Grippe ).
Ebenfalls aus Asien breitete sich 1968-69 die Hongkong-Grippe aus. Sie forderte allein in Deutschland (West) ca. 6000 Tote, wohingegen in "normalen" Grippezeiten lediglich maximal 1000 Grippe-Patienten versterben.
     
 
     
Daten zu infektiösen Krankheiten in Deutschland
 
Todesfälle bei infektiösen und parasitären Krankheiten
in den letzten Jahren
Jahr
1999
2000
2001
2002
2003
Anzahl
9.122
10.129
10.375
10.466
10.891
   
Todesfälle bei infektiösen und und parasitären Krankheiten nach Altersstufen im Jahre 2003
Alterstufe
0-15
15-30
30-45
45-60
60-75
> 75
Anzahl
121
192
800
1462
4199
4117
In den Jahren dazwischen, also in "normalen" Grippezeiten ist lediglich mit maximal 1000 Grippe-Patienten zu rechnen, die sterben.
 
Sterbefälle, die auf Grippe zurückzuführen sind
Jahr
1953
1957
1960
1963
1968
1970
Anzahl in Tausend
~ 21
~ 14
~ 15
~ 19
~ 13
~ 21
   

 

Häufigkeit von SARS
(Stichtag 01.07.03)
  Im Verlauf der Epidemie mit den ersten Erkrankungsfällen vom
1.11. 2002 bis zum 01.07.2003 waren nach Angaben der WHO weltweit rund 8.445 Menschen erkrankt und 812 an der Erkrankung verstorben. Am stärksten betroffen waren China (1,27 Milliarden Einwohner) mit 5.327 Erkrankten und 348 Verstorbenen, Hongkong (6,6 Millionen Einwohner) mit 1.755 Erkrankten und 298 Verstorbenen, Taiwan ( 22,1 Millionen Einwohner) mit 678 Erkrankten und 84 Verstorbenen, Singapur (3,5 Millionen Einwohner) mit 206 Erkrankten und 32 Verstorbenen, sowie Kanada (30,8 Millionen Einwohner) mit 252 Erkrankten und 38 Verstorbenen.
Im Bereich der 15 EU-Staaten (376,8 Millionen Einwohner) gab es nur 38 Erkrankte mit keinem Toten und in den USA (274,9 Millionen Einwohner) 73 Erkrankte mit ebenfalls keinem Toten.
     
Letalität
  Legt man die bisherigen weltweit bekannt gewordenen Zahlen der WHO mit Stand vom 01.07.03 (insgesamt 8.445 Erkrankte und 812 Verstorbene), und bessere Zahlen gibt es sicherlich nirgends, ohne weitere Wertung und Gewichtung, wie nach dem Alter, dem Land, der Intensität der Behandlung u.ä., für eine Berechnung der Sterblichkeit zugrunde, so beträgt die Letalität rund 9,6%. Im Bereich der EU ist die Sterblichkeit bisher exakt 0, dasselbe gilt für ganz Europa. In China (5.327 Erkrankte und (348 Verstorbene) beträgt sie nur rund 6,5%.. Davon weicht die Letalitätsrate in dem medizinisch hoch entwickelten Kanada mit rund 15,1% (252 Erkrankte bei 38 Verstorbenen) ein Stück weit ab. Ein Grund für diesen "Ausreißer" kann beispielsweise in den geringen Fallzahlen der Erkrankung liegen!
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