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Planung im gemeinsamen Unterricht

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    Edith Brugger-Paggi

Raster für die Monatsplanung

Beispiel für Deutsch-Planung

Raster für die Wochenplanung

 

Die Planung eines gemeinsamen Unterrichts verzahnt individuelle, entwicklungsspezifische Ziele mit fachbezogenen Lernzielen immer auch mit Bezug zu den spezifischen Zielsetzungen und Inhalten der Klasse.

Deshalb muss diese Planung von den Lehrpersonen der Klasse gemeinsam gemacht werden und kann nicht an Integrationslehrpersonen, bzw. Mitarbeiter/innen für Integration delegiert werden.

Nachdem auch der/die Schüler/in mit einer Funktionsdiagnose in allen Fächern zu bewerten ist, müssen auch für alle Fächer spezifische Ziele – entsprechend der Ausgangslage und den individuellen Möglichkeiten der Schülerin/des Schülers erstellt werden. Diese bilden auch die Grundlage für die differenzierte Bewertung.

Phasen und Instrumente der gemeinsamen Planung:

Jahresplan der Klasse
Bereits im Jahresplan muss der Besonderheit der integrierten Klasse Rechnung getragen werden:

Besondere Formen des sozialen und kooperativen Lernens, Unterrichtsformen, die innere Differenzierung unterstützen, Formen der Kooperation ILP, BB, RL, Bewertungskriterien.

Individueller Bildungsplan
Der IBP ist einerseits ein Vereinbarungsprotokoll zwischen Schule, Diensten der Sanitätsbetriebe, eventuell Sozialdiensten und Eltern in Bezug auf gemeinsame Zielsetzungen und entsprechende Maßnahmen.
Er ist aber auch ein Planungsinstrument des Teams/ Klassenrates in Bezug auf pädagogisch-didaktische Ziele, Inhalte, Methoden und Maßnahmen, ein Bereich für den das Team/der Klassenrat verantwortlich zeichnet.
Der IEP umfasst folgende Punkte:

      • Anamnestische Daten auch den bisherigen Kindergarten bzw. Schulbesuch betreffend
      • Beschreibung der Ausgangs- und Zielkompetenzen
      • Schwerpunkte der individuellen Fördermaßnahmen sowohl in pädagogisch-didaktischer, als auch therapeutischer Hinsicht (letztere durch die Dienste der SB)
      • Planung der individuellen Zielsetzungen
      • Bewertungskriterien
      • Evaluation der durchgeführten Maßnahmen und der erzielten Ergebnisse

Bei der Beschreibung der Ausgangskompetenz geht es vor allem um eine ressourcenorientierte Beschreibung, was kann der/die Schülerin bereits, wo liegen seine/ihre Stärken. Miteinzuberziehen sind in diese Erhebung auch die Vorstellungen und Erwartungen der Eltern in Bezug auf ihren Sohn/ihre Tochter, aber auch jene des Schülers, der Schülerin selbst. Wie sieht das Selbstbild des Schülers, der Schülerin aus, worauf führt er seine/ihre Erfolge und Misserfolge beim Lernen zurück, wie geht er/sie mit Schwierigkeiten um, was hilft ihm/ihr beim Lernen, was erschwert ihm/ihr das Lernen, wo liegen sein/ihre Neigungen, Interessen...

Diese umfassende Beschreibung der Ausgangskompetenzen bildet die Grundlage für die Erstellung der Zielkompetenzen sowohl in den übergreifenden Bereichen, als auch in den fachspezifischen Bereichen.

Der IBP ist ein langfristiges Planungsinstrument und bezieht sich auf das ganze Schuljahr; wenn sich bei der Überprüfung der Ziele nach dem 1. Semester herausstellt, dass die angestrebten Zielkompetenzen entweder zu komplex, und somit für den/die Schüler/in nicht erreichbar sind oder zu einfach, und somit der/die Schüler/in unterfordert ist, muss eine Abänderung der Zielkompetenzen vorgenommen werden. Diese wird protokollarisch festgehalten, dem IBP beigelegt und auch den Eltern mitgeteilt und entsprechend begründet.
Die Semester- und Jahresbewertung bezieht sich auf die Ziele des IBP. Deshalb müssen diese für Eltern und Schüler/Schülerin transparent verschriftlicht sein (z.B. in Form eines Lernzielbuches)

Monatsplanung
Ausgehend vom IBP wird die Monatsplanung zwischen Integrationslehrperson, Mitarbeiter/in für Integration und Fachlehrpersonen erstellt. Ein Monatsüberblick erleichtert die spätere Detailplanung.

Wochenplanung
Besonders in jenen Fächern, wo Mitarbeiter/in für Integration oder ILP für einen Großteil der Unterrichtsstunden in der Klasse sind, ist eine sorgfältige Wochenplanung notwendig. Dafür sind entsprechende Planungszeiten zwischen Fachlehrpersonen und ILP bzw. Mitarbeiter/in für Integration notwendig.
Auch hier kann ein Planungsraster hilfreich sein. Wichtig ist dabei auch die Absprache in Bezug auf methodisches Vorgehen, Aufgaben- und Funktionsverteilung in Bezug auf Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts.
Planungsabsprachen müssen verbindlich sein, notwendige Abänderungen müssen rechtzeitig kommuniziert werden. Wichtig ist aber auch, auf aktuelle Situationen kurzfristig und flexibel einzugehen.

Evaluation der gemeinsamen Planung

Diese bildet einen integrierenden Bestandteil der Planung und muss laufend erfolgen. Dabei können folgende Fragestellungen hilfreich sein:

 
  • Welche Entwicklungs- und Lernfortschritte sind erkennbar?
  • Wie weit entsprechen die Ergebnisse den Zielen?
  • Gibt es auch „unbeabsichtigte“ Ergebnisse?
  • Zeigen sich auch qualitative Veränderungen z. B. der Beziehungen oder der Zufriedenheit?
  • Werden Schülerinnen und Schüler selbständiger; nehmen ihre Möglichkeiten zur Selbstbestimmung zu?
  • Sind die spezifischen Angebote in gemeinsames Leben und Lernen eingebunden?
  • Sind die Inhalte bedeutsam, wie und für wen?
  • Wie wird die methodische Gestaltung von den Beteiligten eingeschätzt?
  • Stimmen beim Materialeinsatz das Verhältnis Aufwand und Wirksamkeit?
  • Wie werden Ziele, Maßnahmen und Ergebnisse dokumentiert?
         
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