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Freiarbeit (1-7/7)

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Freiarbeit und Lesen lernen - Die Rolle der Lehrerin

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 24. April 2012

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Die Begleitung und Beobachtung der vielfältigen Lesetätigkeit bei unseren Erstklässlern stellt für uns Lehrerinnen eine besondere Herausforderung dar. Vorbei sind die Zeiten, in denen alle gleichzeitig den gleichen Text lasen oder sich derselben Leistungserhebung stellten. Gezielte Begleitung ist beim individualisierten Lesen Lernen unumgänglich und stützt sich auf genaue Planung und Registerführung. Dies wussten bereits Maria Montessori mit ihrem Pensen-Buch, Celesten Freinet mit seiner Fieberkurve oder Helen Parkhurst mit ihrem Graphen-System.

Die Größe der Gruppe ermöglicht einen sehr differenzierten Einblick in die Leseentwicklung eines jeden einzelnen Kindes. Die Aufzeichnung von Lernfortschritten und Tipps (nach dem Motto: Schatzsuche statt Fehlerjagd) erfolgt transparent mit den Kindern im Anschluss an die Lesetätigkeit. Die Notizen sind dann auch Gesprächsthema bei den individuellen Lernberatungsgesprächen. Häufig kommen die Kinder dabei auch selbst darauf zurück, sprechen über ihre Überlegungen, Vorsätze, Erfahrungen.

Eine wesentliche Rolle spielt bei uns das Vorlesen von Kinderliteratur. Vorrangig ist hier das Vermitteln von Lust auf Lesen, das Kennen Lernen von Büchern, Geschichten, Märchen, Autoren aller Art. Oft entstehen während des Vorlesens oder im Anschluss daran interessante Gespräche, in denen sich die Kinder mit den Informationen und Geschehnissen aus den Texten auseinandersetzen. Interessant ist dabei auch der Austausch von Ansichten und in der Folge das Übernehmen von Ideen und Erzählmustern fürs eigene Schreiben.

Die Bedeutung des Lesens für lebenslanges Lernen hat Elias (sechs Jahre) während eines Gesprächs über Zirkuskünstler verdeutlicht: „Ich kann nicht jonglieren und auf dem Seil tanzen auch nicht. Aber ich kann lesen, und das ist auch ein Kunststück!“

 
 

Freiarbeit und Lesen lernen - Das Material

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 17. April 2012

Zuletzt geändert:
Mittwoch, 30. Mai 2012

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Meist schon am ersten oder zweiten Schultag erhalten die Kinder aus der 1. Klasse eine Anlauttabelle, welche ganz nach individuellem Vorwissen und Sprachansatz geändert werden kann. Dies ist vor allem für jene Kinder wichtig, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Auch stellen wir den jungen Leserinnen und Lesern von Beginn an Leitfäden zur Verfügung, welche auf kindgerechte Art und Weise aufzeigen, wie die Lese- und Schreibfertigkeit individuell weiterentwickelt und ausgebaut werden kann.

Anlauttabelle und Leitfaden geben den Kindern Überblick über das, was sie schon kennen und machen neugierig auf Neues. Zudem lernt das Kind, sich selbst und seine Fähigkeiten einzuordnen und einzuschätzen.

Selbststaendige Arbeit mit der Anlauttabelle

Auch mit dem „Lesefutter“ halten wir nicht zurück, es ist wesentlicher Bestandteil der vorbereiteten Lernlandschaft. Verschiedene Bilderlesebücher, Regenbogenlesekisten, einzelne Exemplare von klassischen „Schullesebüchern“ sowie selbst geschriebene Geschichten der anderen Kinder.

Sämtliche Materialien sind farblich strukturiert, von rot- dem leichtesten Level- über gelb, grün, blau bis hin zu violett – dem höchsten Niveau. Dadurch orientiert sich das Kind leichter bei der Auswahl des Lesematerials und die Lernarbeit kann unabhängiger und trotzdem Ziel führend erfolgen.

Individuelles Lesefutter

 
 

Rolle der Lehrperson

 

Grazio Evelyn

Dienstag, 13. März 2012

Zuletzt geändert:
Dienstag, 5. Juni 2012

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Die Lehrperson hat die Aufgabe, eine Lernumgebung zu schaffen, die selbstständiges und entspanntes Lernen ermöglicht. Sie leitet eine Stammgruppe, mit der sie sich täglich im Morgen- und Abschlusskreis zur gemeinsamen Planung der Arbeit trifft. Dabei hält sie die Lernarbeit der Schüler/innen schriftlich im Klassenplan fest.

Neue Themen und Inhalte sowie zu erlernende Arbeitstechniken werden von der Lehrperson in Klein- oder Großgruppen eingeführt. Die Lehrperson beachtet dabei, dass die Rahmenrichtlinien erfüllt werden.

Neue Inhalte werden in Kleingruppen eingefuehrt

Sie sorgt für eine vorbereitete, strukturierte Lernumgebung mit anregenden, differenzierten Materialien, mit denen die Schüler/innen eigenverantwortlich lernen können. Sie ist für die richtige Darbietung des Materials verantwortlich.

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In der Freiarbeit nimmt sich die Lehrperson zurück. Sie beobachtet die Kinder und steht ihnen beratend und begleitend zur Seite. Hierfür ist auch die Lernberatung ein wichtiges Instrument.

 
 

Stundenplan

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 31. Januar 2012

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Bereits Peter Petersen war für eine Auflösung des so genannten „Fetzenstundenplanes“. Ihm war es wichtig, dass Kinder sich nicht im Stundenrhythmus, sondern interessens- und motivationsgeleitet mit Inhalten, Themen und praktischen Tätigkeiten beschäftigen.

In unseren Gruppen existiert der herkömmliche Stundenplan nicht. Fächer wie Religion, Italienisch, Englisch und Bewegung und Sport sind allerdings im Stundenplan fix vermerkt. Die restliche Zeit nutzen die Kinder ganz nach ihren individuellen Bedürfnissen und Rhythmen, um ihrer Lernarbeit nachzugehen. Einige Gruppen suchen im Gespräch mit den Lehrerinnen auch für die Fachbereiche Italienisch und Religion Möglichkeiten der Freiarbeit.

Da wir eine große Schule sind, ist es eine Herausforderung, die notwendigen Pläne für Fachräume, Tagesabläufe, Zeitstrukturen in unser Konzept einzubinden.

 
 

Individuelle Pflichtarbeiten

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 31. Januar 2012

Zuletzt geändert:
Mittwoch, 30. Mai 2012

Kein Kommentar

 

Selbstverständlich sind auch für reformpädagogisch orientierte Gruppen und Klassen die Rahmenrichtlinien verbindliche Vorgabe, was Inhalte und Kompetenzen angeht.

So werden Grundtechniken wie z.B. das Lesen, Schreiben oder Rechnen eingeführt (dies geschieht bei uns in Kleingruppen) und täglich geübt. Arbeitsmaterialien hierzu liegen in der vorbereiteten Lernumgebung auf, sind aufbauend strukturiert und berücksichtigen verschiedene Ausgangspositionen der einzelnen Kinder.

Um die dafür erforderliche Selbsteinschätzung zu unterstützen, war hier eine gezielte, schrittweise Auseinandersetzung mit dem Material in Begleitung der Lehrerin vorgesehen. Aus diesem Grund wurde ein Teil (zumeist der „anspruchsvollere“) den Kindern vorerst noch vorenthalten.

Lernarbeit muss besprochen und geplant werden

Fiona, sechs Jahre alt, arbeitet genau und eifrig. Sie kennt alle Buchstaben und äußert sich im täglichen Morgenkreis etwas enttäuscht: ,,Ich arbeite gern mit der Buchstabenkartei. Aber das macht doch keinen Sinn, wenn ich Anlaute suche. Gibt es nichts Schwierigeres?“

Schrittweise Einführung und unterstützte Selbsteinschätzung waren für die meisten Kinder nicht notwendig. Sie gehen auch ohne Lehrerin an herausfordernde, für sie stimmige Arbeiten heran. Fiona hat es vorgemacht.

 
 

Eigenverantwortung

 

Grazio Evelyn

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Zuletzt geändert:
Freitag, 8. Juni 2012

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Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das sich seiner Handlungen bewusst ist und dafür Verantwortung übernehmen muss.

Für Maria Montessori ist jedoch nicht nur die Verantwortung für sich selbst wichtig, sondern auch für die Mitmenschen und die Umwelt. Bildung versteht sie als „Selbstschöpfung“ des Kindes.

 „So arbeiten Kinder in der Freiheit ihrer Entscheidung und ihrer Verantwortung für sich selbst.“

Das Erleben von Eigenverantwortung ist für die Kinder sehr wichtig, was u. a. eigenverantwortliche Planung und Ordnung der Arbeit, Verantwortungsbewusstsein, Kennen der eigenen Grenzen und Fähigkeiten mit sich bringt. Das heißt jedoch nicht, das Kind sich völlig selbst zu überlassen.

 

Der Jenaplan von Peter Petersen sieht die tägliche Blockperiode vor, in der die Kinder eigenverantwortlich ihre Arbeit planen, durchführen und bewerten.Zu erlernende Fähigkeiten sind dabei auch das selbstständige Lernen mit Materialien, Zeiteinteilung und das Strukturieren/Organisieren der eigenen Arbeit.

Grundlagen für eigenverantwortliches Lernen sieht Petersen im Wunsch nach Selbstverwirklichung sowie in der natürlichen Leistungsbereitschaft eines jeden Menschen:

 „Wer möchte nicht gern etwas leisten, viel leisten, viel können, viel verstehen?“


Eigenverantwortung bedeutet für uns, dass die Kinder selbstständig ihren Lernweg planen und organisieren, für ihr Tun und ihre Handlungen selbst die Verantwortung übernehmen. Es bedeutet aber auch, verantwortungsbewusst mit Materialien, Mitmenschen und Umwelt umzugehen.

Die Verantwortung für das eigene Lernen und Tun zu übernehmen, fällt noch nicht allen Schüler/innen in unseren Klassen ganz leicht. Viel zu oft möchten sie die Verantwortung an Lehrpersonen oder andere Kinder abgeben. Da haben wir wohl noch einen längeren Weg vor uns…

 
 

Schulinterne Kriterien für Klassen mit reformpädagogischer Ausrichtung

 

Grazio Evelyn

Freitag, 25. November 2011

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Um die reformpädagogische Ausrichtung an unserer Schule zu definieren und für Kollegium, Eltern, Kindergärten, usw. transparent zu machen, wurden in der Arbeitsgruppe für Schulentwicklung folgende Kriterien ausgearbeitet:

  • Arbeit mit individuellen Lernplänen
  • Die Freiarbeit überwiegt
  • Tägliche Treffen zur Planung und Reflexion mit Kindern
  • Altersgemischte Gruppen
  • Hospitationen und Elternarbeit

Diese Kriterien wurden beim Teilkollegium am 11. Oktober 2011 vorgestellt und gut geheißen. Die nächsten Schritte werden im Plenum, Schulrat und Schulamt gemacht.

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