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Rolle Lehrperson (1-9/9)

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Freiarbeit und Lesen lernen - Die Rolle der Lehrerin

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 24. April 2012

Kein Kommentar

 

Die Begleitung und Beobachtung der vielfältigen Lesetätigkeit bei unseren Erstklässlern stellt für uns Lehrerinnen eine besondere Herausforderung dar. Vorbei sind die Zeiten, in denen alle gleichzeitig den gleichen Text lasen oder sich derselben Leistungserhebung stellten. Gezielte Begleitung ist beim individualisierten Lesen Lernen unumgänglich und stützt sich auf genaue Planung und Registerführung. Dies wussten bereits Maria Montessori mit ihrem Pensen-Buch, Celesten Freinet mit seiner Fieberkurve oder Helen Parkhurst mit ihrem Graphen-System.

Die Größe der Gruppe ermöglicht einen sehr differenzierten Einblick in die Leseentwicklung eines jeden einzelnen Kindes. Die Aufzeichnung von Lernfortschritten und Tipps (nach dem Motto: Schatzsuche statt Fehlerjagd) erfolgt transparent mit den Kindern im Anschluss an die Lesetätigkeit. Die Notizen sind dann auch Gesprächsthema bei den individuellen Lernberatungsgesprächen. Häufig kommen die Kinder dabei auch selbst darauf zurück, sprechen über ihre Überlegungen, Vorsätze, Erfahrungen.

Eine wesentliche Rolle spielt bei uns das Vorlesen von Kinderliteratur. Vorrangig ist hier das Vermitteln von Lust auf Lesen, das Kennen Lernen von Büchern, Geschichten, Märchen, Autoren aller Art. Oft entstehen während des Vorlesens oder im Anschluss daran interessante Gespräche, in denen sich die Kinder mit den Informationen und Geschehnissen aus den Texten auseinandersetzen. Interessant ist dabei auch der Austausch von Ansichten und in der Folge das Übernehmen von Ideen und Erzählmustern fürs eigene Schreiben.

Die Bedeutung des Lesens für lebenslanges Lernen hat Elias (sechs Jahre) während eines Gesprächs über Zirkuskünstler verdeutlicht: „Ich kann nicht jonglieren und auf dem Seil tanzen auch nicht. Aber ich kann lesen, und das ist auch ein Kunststück!“

 
 

Freie Texte

 

Grazio Evelyn

Dienstag, 27. März 2012

Zuletzt geändert:
Mittwoch, 30. Mai 2012

Kein Kommentar

 

Celestin Freinet sieht in den freien Texten für die Kinder die Möglichkeit,

„ihre eigenen Gefühle und Gedanken auszudrücken, sich nach außen zu wenden, …“.

Schon Schulanfänger beginnen, freie Texte zu schreiben. Einige nur mit Wörtern, andere schon mit einfachen Sätzen. Ausgangspunkt für freie Texte sind Alltagserlebnisse, Erfahrungen in der Familie und der Umwelt und individuelle Interessen.

Auch in unserer Arbeit haben freie Texte einen großen Stellenwert. Dabei achten wir erstrangig nicht auf Rechtschreibung und Grammatik, es geht viel mehr um die Erzählfreude und die Fähigkeit, sich so auszudrücken, dass andere mich verstehen. Im Laufe der Zeit werden zusehends rechtschriftlich korrekte Texte als Ziel gesetzt. Die Rolle der Lehrperson ist hierbei die der Leserin, im Idealfall gemeinsam mit dem Kind, die Rückmeldungen gibt.

Eine Dino-Geschichte mit mehreren Kapiteln, geschrieben von 6-Jaehrigen-III

Der Austausch unter Kindern ist hierbei auch ein wichtiges Element: So werden Texte gemeinsam geschrieben, gelesen, besprochen und überarbeitet, z. B. in Schreibkonferenzen.

Die besten Geschichten/Texte werden gewählt und der Gruppe präsentiert. Das kann in der Stammgruppe oder in der Monatsfeier vor größerem Publikum geschehen.

Geschichtenkönige

 
 

Achtung vor dem Kind

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 20. März 2012

Kein Kommentar

 

„Das Kind wird nicht erst Mensch, es ist schon einer!!"  Korczak

 

Dieser Grundsatz müsste sämtliches Handeln einer Lehrerin einer Reformschule beeinflussen. Disziplinieren, drillen, einordnen, unterwerfen… haben da keinen Raum. Die kleinen Menschen kommen voll Vortrauen in die Schule als ein Haus des Lernens. Eine tiefe Achtung vor der Individualität des Kindes, seines Entwicklungsstandes, seiner Stärken und Schwächen ist für uns das tragende Fundament.

Unsere bisherigen Erfahrungen haben uns immer wieder gezeigt, dass die Haltung von uns Lehrerinnen im Kopf und im Herzen beginnt. Erst dann gelingt ein Vorgehen nach reformpädagogischen Grundsätzen.

 
 

Teamarbeit

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 13. März 2012

Zuletzt geändert:
Mittwoch, 11. Juli 2012

Kein Kommentar

 

Unsere Erfahrungen der letzten drei Jahre haben uns gezeigt, dass die tragende Säule für die Arbeit nach reformpädagogischen Konzepten die Einstellung der Lehrerinnen dem Kind und seinem Lernen gegenüber ist. Sämtliches Handeln ist geprägt von der Achtung vor der Individualität und Persönlichkeit des Kindes.

Das Loslassen von alten Mustern und Verhaltensweisen ist unvermeidbar. Dies fällt vielen Kolleginnen nicht leicht. Unterschiedliche Ansichten und Vorstellungen müssen kontinuierlich diskutiert werden. Ein ständiger Austausch untereinander kann ein Umdenken fördern, Kompromisse müssen eingegangen werden.

Unterschiedliche Sichtweisen dienen aber auch unserer gemeinsamen Weiterentwicklung. Ein gemeinsames Konzept funktioniert nur, wenn es von allen mitgetragen werden kann und sich die einzelnen Lehrerinnen wohl fühlen.

 
 

Rolle der Lehrperson

 

Grazio Evelyn

Dienstag, 13. März 2012

Zuletzt geändert:
Dienstag, 5. Juni 2012

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Die Lehrperson hat die Aufgabe, eine Lernumgebung zu schaffen, die selbstständiges und entspanntes Lernen ermöglicht. Sie leitet eine Stammgruppe, mit der sie sich täglich im Morgen- und Abschlusskreis zur gemeinsamen Planung der Arbeit trifft. Dabei hält sie die Lernarbeit der Schüler/innen schriftlich im Klassenplan fest.

Neue Themen und Inhalte sowie zu erlernende Arbeitstechniken werden von der Lehrperson in Klein- oder Großgruppen eingeführt. Die Lehrperson beachtet dabei, dass die Rahmenrichtlinien erfüllt werden.

Neue Inhalte werden in Kleingruppen eingefuehrt

Sie sorgt für eine vorbereitete, strukturierte Lernumgebung mit anregenden, differenzierten Materialien, mit denen die Schüler/innen eigenverantwortlich lernen können. Sie ist für die richtige Darbietung des Materials verantwortlich.

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In der Freiarbeit nimmt sich die Lehrperson zurück. Sie beobachtet die Kinder und steht ihnen beratend und begleitend zur Seite. Hierfür ist auch die Lernberatung ein wichtiges Instrument.

 
 

Lernberatung

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 14. Februar 2012

Zuletzt geändert:
Mittwoch, 6. Juni 2012

Kein Kommentar

 

Eine einfache Form von Lernberatungsgesprächen wird derzeit mit den Drittklässlern geführt. Diese Gesprächszeit von circa einer halben Stunde plant das Kind nach Absprache mit der Lehrerin ein. Der Einstieg ist meist folgender: „Erzähl mir über dein Lernen und Arbeiten. Wie geht es dir? Was sind deiner Meinung nach deine Stärken und Schwächen?“ Überrascht hat uns Lehrpersonen, wie sicher und treffend sich die Kinder selbst einschätzen und ihre Lernarbeit beobachten und reflektieren können.

Am Ende eines jeden Gespräches trifft das Kind gemeinsam mit der Lehrperson eine Vereinbarung, welche es auf seinem Plan festhält. Die Lehrerin vermerkt diese in ihrem Register. Einige Beispiele hierfür sind „Ich nehme mir vor, langsamer und genauer zu schreiben.“, „Ich wähle meine Lernpartner/innen gezielter aus.“ und „Ich versuche, anderen beim Lernen zu helfen, weil ich in vielen Bereichen Experte bin.“ Uns Lehrerinnen ist es dabei wichtig, uns so viel wie möglich zurückzuhalten, damit die Äußerungen der Kinder frei und unbeeinflusst gemacht werden.

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Kunstatelier

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 7. Februar 2012

Zuletzt geändert:
Mittwoch, 30. Mai 2012

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Kunst hat in der Freinet-Pädagogik einen hohen Stellenwert. Die freie künstlerische Beschäftigung fördert auch in unseren Augen den Mut zur Kreativität, zur Zusammenarbeit mit anderen und zum Ideenaustausch. Die Kinder haben die Möglichkeit, sich ganz nach ihren Neigungen, Fähigkeiten und Interessen zu entfalten. Sie sind frei in der Wahl des Materials und der Arbeitstechniken.

 Auch Maedchen lieben Raumschiffe (Vivien und Maya, 6 Jahre, Martina, 9 Jahre)

Die Rolle der Lehrpersonen ist dabei, neue Techniken fachgerecht einzuführen, den Umgang mit Materialien und Werkzeugen zu erklären und die Auseinandersetzung damit zuzulassen.

Die Präsentation der fertigen Kunstwerke ist vielen Kindern wichtig, die Rückmeldungen des Publikums beziehen sich zumeist auf die Genauigkeit der Ausfertigung, der Ideenvielfalt und auf die korrekte Verwendung des Materials.

 Maxi, Matia und max bauen ein Haus wie Hundertwasser

In einer unserer Gruppen beobachten wir, dass angefangene Arbeiten oft liegengelassen und nicht abgeschlossen werden, nebenher aber bereits mit einem neune Werk begonnen wird. Wir suchen nach einem Weg, die Einstellung der Kinder diesbezüglich zu ändern.

 
 

Begleitung der Lernarbeit

 

Grazio Evelyn

Dienstag, 17. Januar 2012

Zuletzt geändert:
Donnerstag, 2. August 2012

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Maria Montessori hat bereits vor fast hundert Jahren formuliert, was wir heute in unserem Unterricht umzusetzen versuchen: 

„Die Lehrerin ist vorwiegend Helferin: Sie unterstützt die Kinder auf ihrem Weg zur Persönlichkeitsentwicklung. Die richtige Darbietung des Materials ist eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Sie beobachtet, greift aber möglichst nicht in die eigenständige Arbeit des Kindes ein.“

 Begleitung Lernarbeit2

Bisher stand immer die Lehrperson im Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens: Den Kindern wurde gesagt, wann und wie sie was lernen sollen. Die Inhalte und zu beschreitenden Wege kamen von der Lehrperson.

In der Freiarbeit stehen die Kinder im Mittelpunkt, wir als Lehrpersonen nehmen uns zurück und stehen den Kindern beratend und begleitend zur Seite.

Begleitung_Lernarbeit1

Eine der wichtigsten Aufgaben ist das Beobachten, was einigen von uns manchmal noch schwer fällt. Wir ertappen uns dabei, wie wir Kinder bei ihrer Arbeit unterbrechen und uns in ihre Arbeit einmischen. Dieses alte Verhaltensmuster abzulegen und den Kindern mehr Vertrauen entgegenzubringen ist nicht immer ganz leicht. An einigen Tagen funktioniert es besser, an anderen weniger gut.

 
 

Austausch unter Kolleginnen

 

Grazio Evelyn

Dienstag, 13. Dezember 2011

Kein Kommentar

 

Für uns Lehrerinnen an reformpädagogischen Schulen ist ein reger Austausch untereinander Gewinn bringend. Deshalb besuchen wir uns im Unterricht, meist über einen ganzen Vormittag.

Dies gibt uns Gelegenheit, das Geschehen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und neue Aspekte und Ideen zu sammeln. In den anschließenden Gesprächen werden Erfahrungen ausgetauscht und der Unterricht gemeinsam reflektiert.

Diese Kontakte sind für die Weiterentwicklung des reformpädagogischen Konzeptes an unseren Schulen von großer Bedeutung.

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