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Gemeinschaft (15)

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Freiarbeit und Lesen lernen - Die Gruppe

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 17. April 2012

Zuletzt geändert:
Mittwoch, 30. Mai 2012

Kein Kommentar

 

Ganz von selbst ergeben sich während der Lernarbeitszeit Austauschgespräche unter Kindern zu Erfahrungen mit dem Lesen und Schreiben. Diese natürliche Neugier schätzen wir sehr, Raum und Zeit hierfür sind stets gewährleistet.

Elias (6) liest Alend (11) aus dem Irak und Alex (5) aus dem Kindergarten vor

So finden sich Lesepartnerkinder (meist zwei bis vier) zusammen, welche gemeinsam lesen. Verbindendes Glied ist zumeist das ähnliche Lesetempo und gemeinsames Interesse an Themen und Geschichten. Zusehends werden diese spontanen Treffen fester Bestandteil der freien Lesetätigkeit der Kinder. In einem der Lernräume sind die Mitglieder der Lesegruppen aufgelistet und für alle ersichtlich. Auch hier kommen die Farben von rot bis violett vor, sie ordnen die Gruppen fünf Leseniveaus zu.

Die Leseratte Benni

Jeder Lesetext steht nur einmal zur Verfügung, dies fördert die Zusammenschau und ist in derartigen Kleingruppen kein Hindernis. Während des gemeinsamen Lesens wird genau hingehört, das Lesetempo der anderen beobachtet und die Aussprache mitverfolgt. Wichtig dabei ist, dass kein Kind beim Lesen unterbrochen werden darf. Rückmeldungen und Tipps erfolgen am Ende, etwa: „Sami, ich finde, du liest schneller als wir, du solltest Gruppe wechseln.“ oder „Lorenz, du musst die Buchstaben zuerst alle denken, dann erst sagen.“

Die Lesegruppen werden flexibel gehandhabt, nach jedem Treffen können Wechsel stattfinden.

 
 

Stärkung der Gemeinschaft

 

Grazio Evelyn

Dienstag, 27. März 2012

Zuletzt geändert:
Dienstag, 5. Juni 2012

Kein Kommentar

 

In einer unserer Stammgruppen sind die „Gefühlsklammern“ ein tägliches, nicht mehr wegzudenkendes Ritual. Die Kinder und Lehrerinnen ordnen ihre Klammer einem von drei Bildern (Sonne, Sonne mit Wolke oder Wolke) zu. So teilen sie der Gruppe ihren aktuellen Gefühlszustand mit und geben eventuell Erklärungen dazu.

Gefühlsklammern

Dies bringt einen wichtigen Prozess in Gang, weil die einzelnen Mitglieder der Gruppe sensibel werden, nicht nur für das Lernen und Arbeiten, sondern vor allem für den/die andere/n und sein/ihr Befinden. Auch für sich selbst entwickelt man die Fähigkeit, Gemütszustände zu ergründen und einzuordnen.

Dieses Ritual trägt zur Stärkung der Gemeinschaft bei durch Nachfragen, Anteilnahme, Interessensbekundung und fördert die Empathie untereinander. Derartiges pädagogisches Handeln müsste in der Schule im Allgemeinen mehr Platz finden.

 
 

Hausaufgaben und Verantwortung

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 20. März 2012

Kein Kommentar

 

Bezüglich Hausaufgaben ist das eigenverantwortliche Handeln eine besonders große Herausforderung für einige Kinder. Hier spielt bei uns die Stammgruppe eine wesentliche Rolle. Bei den täglichen Treffen wählt das moderierende Kind zwei Mitschüler/innen aus, welche ihre/seine Hausaufgaben der Gruppe präsentieren.

Die Rückmeldungen der Gruppe sind sehr klar und offen. Die getroffenen Vereinbarungen werden dabei fast täglich in Erinnerung gerufen und die natürlichen Folgen bei Nichteinhaltung treffen dann pünktlich zu.

Ein Beispiel: Maxi hatte das Glück, seine Hausaufgabe der Gruppe vorlegen zu dürfen. Er konnte keine schriftliche Arbeit vorweisen mit der Begründung, er hätte die Unterlagen in der Schule vergessen. Die Antworten der Gruppe waren u. a. „Du hättest auf einem Blatt schreiben können.“ „Du hättest es gleich am Morgen vor dem Morgenkreis nachholen können.“ „Du hättest es der Gruppe, bevor du ausgewählt wurdest, sagen können.“

 
 

Konzept für zukünftige Stammgruppen

 

Kuntner Irmtraud

Donnerstag, 15. März 2012

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Die Kinder aus der ersten treffen sich gemeinsam mit jenen der zweiten und dritten Klasse in den Stammgruppen. Die Kinder der vierten und fünften Klasse kommen ebenso täglich zusammen.

Die Gruppen bestehen aus 12 bis 15 Kindern, Mädchen und Buben, leistungsstärkere und -schwächere sowie die verschiedenen Jahrgänge sind in etwa gleich stark vertreten. Jedes Jahr werden die Stammgruppen neu zusammengestellt.

Morgens und mittags finden die Stammgruppentreffen statt. Dabei werden organisatorische Aspekte des Tages besprochen, die individuelle Lernarbeit des Tages vom jeweiligen Kind der Gruppe mitgeteilt, Absprachen getroffen (z.B. über Sozialformen, Präsentationen von Arbeiten...) und allgemein lern- und arbeitstechnische Fragen erörtert.

Die Moderation liegt bei einem Kind, die Lehrerin führt anhand des Klassenplanes Protokoll. Am Ende des Tages werden die Lernarbeit und Ergebnisse reflektiert, Beobachtungen und Erfahrungen ausgetauscht.

 
 

Teamarbeit

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 13. März 2012

Zuletzt geändert:
Mittwoch, 11. Juli 2012

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Unsere Erfahrungen der letzten drei Jahre haben uns gezeigt, dass die tragende Säule für die Arbeit nach reformpädagogischen Konzepten die Einstellung der Lehrerinnen dem Kind und seinem Lernen gegenüber ist. Sämtliches Handeln ist geprägt von der Achtung vor der Individualität und Persönlichkeit des Kindes.

Das Loslassen von alten Mustern und Verhaltensweisen ist unvermeidbar. Dies fällt vielen Kolleginnen nicht leicht. Unterschiedliche Ansichten und Vorstellungen müssen kontinuierlich diskutiert werden. Ein ständiger Austausch untereinander kann ein Umdenken fördern, Kompromisse müssen eingegangen werden.

Unterschiedliche Sichtweisen dienen aber auch unserer gemeinsamen Weiterentwicklung. Ein gemeinsames Konzept funktioniert nur, wenn es von allen mitgetragen werden kann und sich die einzelnen Lehrerinnen wohl fühlen.

 
 

Klassenrat bei den Sechsjährigen

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 13. März 2012

Zuletzt geändert:
Donnerstag, 2. August 2012

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Vor einigen Wochen hat sich bei den Sechsjährigen die Notwendigkeit ergeben, über Fragen, Konflikte, verschiedene Angelegenheit selbst gesteuert zu diskutieren. Vor allem geht es dabei um das gemeinsame Lernen, Arbeiten und Spielen.

Ein Kind übernimmt im Klassenrat die Moderation. Wir verwenden, wenn möglich, die Giraffen- und Papageiensprache.

Hier ein Beispiel: Elias meldet sich zu Wort und sagt: „Zeno, du hast mich heute beim Schreiben am Computer gestört. Das will ich nicht.“ Zeno antwortet: „Ja, ich habe dich bei der Computerarbeit gestört. Ich weiß, du willst das nicht. Entschuldige!“

Auf diese Weise lernen die Kinder, Ich-Botschaften zu senden, eigenes Fehlverhalten einzugestehen, sich in andere hineinzuversetzen und deren Gefühle nachzuvollziehen.

Es fällt auf, dass es noch nicht allen Kindern gelingt, sich an den Gesprächen Ziel führend zu beteiligen. Vor allem sind es jene Kinder, die ihr Handeln noch nicht selbst in die Hand genommen haben.

 

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Gemeinschaft

 

Grazio Evelyn

Dienstag, 6. März 2012

Zuletzt geändert:
Dienstag, 5. Juni 2012

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Gemeinschaft4Gemeinschaft2Gemeinschaft3Geburtstage

Im täglichen Morgenkreis haben Kinder und Lehrpersonen in den Stammgruppen die Möglichkeit, sich zu ihren momentanen Gefühlszuständen zu äußern, von persönlichen Erlebnissen, Bedürfnissen usw. zu sprechen. Hauptarbeit der Stammgruppen ist die Organisation der täglichen Arbeit vor dem Hintergrund des gemeinsamen Lernens.

Ein weiterer Eckpunkt des sozialen Lernens ist der Klassenrat, der regelmäßig (wöchentlich bis monatlich) stattfindet. Dafür sind Probleme, Kritik, Wünsche, Lob, Informationsaustausch Diskussionspunkte. 

Gemeinschaft1

Zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls sind gemeinsame Erlebnisse, Rituale und Feiern (Geburtstagsfeiern, akustische Symbole, …) bei uns wichtig. Einmal monatlich finden die Schulfeiern, getrennt nach Ober- und Unterstufe, statt, wobei die Vorbereitung, Organisation und Gestaltung in den Händen der Kinder liegt. Eltern, Verwandte und Freunde sind als Publikum willkommen.

 
 

Schulfeier

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 6. März 2012

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Monatlich gibt es bei uns die Schulfeier. Diese Idee stammt vom Reformpädagogen Peter Petersen, welcher an seiner Jenaplanschule dieses pädagogische Element zum festen Bestandteil der Lern- und Arbeitsaktivität machte.

Die Kinder planen, üben und gestalten während der Freiarbeitsphasen eigenständig Tänze, Lieder, Überraschungen, Gedichte, Geburtstagswünsche, Vorträge…

Ein monatlich wechselndes Redaktionsteam (jeweils zwei Kinder aus der ersten und dritten Klasse) sammelt und überprüft die Ideen und Beiträge für die Feier und sorgt für die Organisation. Steht das Programm, wird dies mit einer Lehrerin besprochen.

Bei der Feier fungieren die Redakteure dann als Moderatoren, als Publikum anwesend sind alle Kinder und Lehrerinnen der Klassen1Cund3C.

Die bisherigen Feiern waren ein großer Erfolg. Zuschauende und auf der Bühne aktive Kinder sowie die Lehrerinnen waren begeistert.

Wir wollen diese Erlebnisse mit Eltern, Verwandten und Freunden teilen und laden sie deshalb unverbindlich zu diesen Feiern ein.

 
 

Regeln wachsen in den Gruppen

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 14. Februar 2012

Zuletzt geändert:
Mittwoch, 30. Mai 2012

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Freiarbeit funktioniert nur, wenn klare, für alle verständliche Regeln herrschen, die von der ganzen Gruppe mitgetragen werden. Diese werden nicht zu irgendeinem Zeitpunkt von der Lehrerin vorgegeben, sondern sie wachsen aus realen Bedürfnissen und Situationen heraus.

Mögliche Anhaltspunkte für neue Vereinbarungen werden gesammelt, visualisiert und im Klassenrat diskutiert. Braucht es eine neue Regel, entscheidet immer die Mehrheit. Periodisch werden die bestehenden Regeln überdacht und eventuell angepasst. Die Hüterin der Regeln ist nicht die Lehrerin, sondern die Gruppe. Nur so kann auch dieser Aspekt gänzlich in den Händen der Kinder bleiben.

Die Diskussion und Arbeit zu diesen Vereinbarungen und Regeln ist auch Gegenstand von Inhalten der freien, persönlichen Themen.

 Regeln

 
 

Dokumentationszentrum nach Freinet

 

Kuntner Irmtraud

Dienstag, 7. Februar 2012

Zuletzt geändert:
Dienstag, 5. Juni 2012

Kein Kommentar

 

Dokumentation2Dokumentationszentrum3Dokumentationszentrum

Celestin Freinet spricht sich grundsätzlich gegen Schulbücher aus. Er plädiert für Texte und Arbeiten der Kinder, welche dann der Gemeinschaft zum Recherchieren und zur Lektüre zur Verfügung gestellt werden. In diesem Zusammenhang ist auch der Einsatz der Druckerei von großer Bedeutung.

Vor allem in den Fachbereichen Geschichte, Geografie und Naturwissenschaften erarbeiten sich die Kinder unserer Gruppen die Inhalte selbst. Sie planen ihre Arbeit, recherchieren, schreiben, werken, bauen, malen, … bis hin zum fertigen Endprodukt, welches sie dann der Gruppe präsentieren.


Dokumentation1


Am Anfang dieses Arbeitsprozesses sind es zumeist Plakate, später werden zusehends Büchlein gestaltet. Diese werden im „Dokumentationszentrum“ gesammelt und sind Quelle für Informationen, Lesematerial, Ansporn für weitere Fragestellungen, geben Anlass zu Austausch und Diskussionen, usw.

Häufig werden die Werke der Mitschüler/innen vor den Sachbüchern aus der Bibliothek konsultiert. Der Umfang dieser Sammlung spornt zur Arbeit an und ist ein gemeinsamer Erfolgsmoment der Gruppe.

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