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Das Parfum

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Das Parfum
Das Parfum
Patrick Süskind


Verlag: Diogenes
Deutschland 1994

 
Autor: Patrick Süskind
Kategorie: Besondere Schicksale

 

Die Geschichte handelt von Jean-Baptiste Grenouille, der mit einer ausgeprägten olfaktorischen Gabe zur Welt kommt. Er kann verschiedenste Gerüche wahrnehmen, auch solche die niemand sonst wahrnehmen kann. Er selbst besitzt aber keinen eigenen Körpergeruch. Seine Mutter wird gleich nach seiner Geburt wegen Kindesmordes hingerichtet und er durchlebt eine turbulente Kindheit und Jugend, die von Angst und Gewalt geprägt ist. In sich selbst zurückgezogen entscheidet er sich alle Düfte der Welt in sich aufzunehmen. Im Alter von acht Jahren erlebt er eines Tages ein Schlüsselerlebnis. Er nimmt einen Duft wahr, den er bisher noch nicht kannte, der eines Mädchens. Fasziniert vom Geruch, folgt er dem Mädchen quer durch Paris und tötet es. Als er merkt, dass sich mit dem Tod auch der Geruch auflöst, entschließt er sich, einen Weg zu finden, ihn zu konservieren. Nach einer langen Suche, zahlreichen Enttäuschungen und einer turbulenten Selbstfindungsphase, schafft er es einen menschenähnlichen Duft herzustellen, der ihm Akzeptanz in der Gesellschaft verleiht. Sein Lebensziel ist jedoch ein anderes: Die Herstellung des ultimativen Parfums. Der Duft des Mädchens Laure ist in Jean-Baptistes Ansicht, die höchste Essenz, die ihm zur Herstellung seiner Kreation fehlt. Mit der Zeit häufen sich auffällige Morde in der Stadt.

 
Empfehlung:

Das Buch ist von Anfang an fesselnd und erschließt eine neue für die meisten unbekannte Welt der Gerüche

Leseprobe

Hier nun, am allerstinkendsten Ort des gesamten Königreichs, wurde am 17. Juli 1738 Jean-Baptiste Grenouille geboren. Es war einer der heißesten Tage des Jahres. Die Hitze lag wie Blei über dem Friedhof und quetschte den nach einer Mischung aus fauligen Melonen und verbranntem Horn riechenden Verwesungsbrodem in die benachbarten Gassen. Grenouilles Mutter stand, als die Wehen einsetzten, an einer Fischbude in der Rue aux Fers und schuppte Weißlinge, die sie zuvor ausgenommen hatte. Die Fische, angeblich erst am Morgen aus der Seine gezogen, stanken bereits so sehr, daß ihr Geruch den Leichengeruch überdeckte. Grenouilles Mutter aber nahm weder den Fisch- noch den Leichengeruch wahr, denn ihre Nase war gegen Gerüche im höchsten Maße abgestumpft, und außerdem schmerzte ihr Leib, und der Schmerz tötete alle Empfänglichkeit für äußere Sinneseindrücke. Sie wollte nur noch, daß der Schmerz aufhöre, sie wollte die eklige Geburt so rasch als möglich hinter sich bringen. Es war ihre fünfte. Alle vorhergehenden hatte sie hier an der Fischbude absolviert, und alle waren Totgeburten oder Halbtotgeburten gewesen, denn das blutige Fleisch, das da herauskam, unterschied sich nicht viel von dem Fischgekröse, das da schon lag, und lebte auch nicht viel mehr, und abends wurde alles mitsammen weggeschaufelt und hinübergekarrt zum Friedhof oder hinunter zum Fluß. So sollte es auch heute sein, und Grenouilles Mutter, die noch eine junge Frau war, gerade Mitte zwanzig, die noch ganz hübsch aussah und noch fast alle Zähne im Munde hatte und auf dem Kopf noch etwas Haar und außer der Gicht und der Syphilis und einer leichten Schwindsucht keine ernsthafte Krankheit; die noch hoffte, lange zu leben, vielleicht fünf oder zehn Jahre lang, und vielleicht sogar einmal zu heiraten und wirkliche Kinder zu bekommen als ehrenwerte Frau eines verwitweten Handwerkers oder so ... Grenouilles Mutter wünschte, daß alles schon vorüber wäre. Und als die Preßwehen einsetzten, hockte sie sich unter ihren Schlachttisch und gebar dort, wie schon vier Mal zuvor, und nabelte mit dem Fischmesser das neugeborene Ding ab. Dann aber, wegen der Hitze und des Gestanks, den sie als solchen nicht wahrnahm, sondern nur als etwas Unerträgliches, Betäubendes - wie ein Feld von Lilien oder wie ein enges Zimmer, in dem zuviel Narzissen stehen -, wurde sie ohnmächtig, kippte zur Seite, fiel unter dem Tisch hervor mitten auf die Straße und blieb dort liegen, das Messer in der Hand.

Link zu weiteren Informationen:
https://www.inhaltsangabe.de/sueskind/das-parfum/

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Nocker Alexander

Nocker Alexander (41),
Lehrer aus Brixen

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