blikk Schule gestalten   10. Pädagogische Tagung          
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Der "schwierige" Schüler
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Die Aktualität des Themas

 

"Lehrer geben nicht gerne zu, dass sie das Thema "der schwierige Schüler" anspricht, da sie fürchten, dies könne auf sie selbst zurückfallen. Schließlich gibt es, so die Behauptung, keine schwierigen Schüler, es gibt nur Lehrer, die mit Schülern nicht umgehen können. In Wirklichkeit handelt es sich um ein uraltes Thema, das wohl jeden Lehrer betrifft. Wer nämlich kann von sich behaupten, er habe noch nie einen schwierigen Schüler gehabt? Und trotzdem: Kaum ein Lehrer gibt zu, dass er Schwierigkeiten mit einem Schüler hat, weil er befürchtet, dass es auf ihn selbst zurückfällt."

 

 

Das Versagen der Pädagogik

 

"In Zukunft wird das Thema noch brisanter werden, da Kinder und Jugendliche immer "schwieriger" werden, obwohl die Pädagogen weiterhin so tun, als hätten sie kein Problem. Deshalb hat sich mittlerweile ein anderer Zweig des Themas angenommen, und zwar die Psychiatrie, die das Problem auf ihre Weise "gelöst" habe, nämlich durch Psychopharmaka wie zum Beispiel Ritalin. Die Pädagogik hat sich aus vielen ihr wesenseigenen Bereichen zurückgezogen und dadurch das Feld anderen Disziplinen überlassen, die keine pädagogische Ausrichtung haben."

Die Schuldfrage

  "Eine Schuldzuweisung bringt nichts: Es nützt nichts zu fragen, wer denn die Schuld daran trage, dass es schwierige Schüler gibt. Dies bringt niemanden weiter. Die Sachlage ist viel komplizierter. Die Kinder- und Jugendwelt hat sich verändert. Dies lässt sich in allen Ländern der Welt beobachten: Lehrer aller Länder haben "schwierige" Schüler. Als Lehrer kann ich mich beklagen, jammern, die Schuld auf andere schieben, emigrieren, mich therapieren lassen usw., das Sinnvollste aber wäre, im eigenen Umfeld das zu ändern, was ich ändern kann."

 

 

Autorität untergraben

 

"Untergraben kann man im wörtlichen Sinne Dinge, die auf Sand gebaut sind, die kein sicheres Fundament haben. Ein Schüler kann die Autorität eines Lehrers folglich dann untergraben, wenn sie auf Sand gebaut ist. Wer sich dick und stark gemacht hat, indem er an seiner Kompetenz arbeitet, wird nicht untergraben. An seiner Kompetenz, die nicht nur fachlich zu verstehen ist, sondern auch sozial und emotional, kann jeder arbeiten. Lehrer haben häufig ein geringes Selbstwertgefühl, je geringer es ist, desto eher wird es auch noch untergraben."

 

Vereinbarungen und Regeln

 

"Wirklich schwierig ist es, wenn gemeinsam getroffenen Entscheidungen nicht eingehalten werden. Vereinbarungen werden zwischen Gleichrangigen getroffen. Hier ist demokratisches Vorgehen angesagt. Regeln werden vorgeschrieben, nicht ausgehandelt. Ein Lehrer muss die beiden Prinzipien sauber voneinander trennen. Mit Demokratie kann man weder eine Firma noch eine Schule führen."

 

Ein Systemproblem?
 

"Der "schwierige" Schüler ist ein Systemproblem. Es braucht ein solides Schulmanagement. Wenn das Management in einer Klasse gut ist, dann gibt es keine "schwierigen" Schüler." "Man kann nicht mit Gewalt motivieren. Es ist, wie der kleine Prinz sagt: Du musst schauen, dass du die Sache lieben lernst."

Störungen

 

"Es gibt keine gestörten Schüler, sondern nur gestörte Lehrer, in dem Sinne, dass Lehrer sich "gestört" fühlen."

     
 

© Pädagogisches Institut der deutschen Sprachgruppe - Bozen - 2000