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Der veränderte Schulalltag

 

Malfertheiner Astrid

Malfertheiner Astrid

Samstag, 26. September 2020

Kategorie:

Info
 

Nun hat seit drei Wochen wieder der Unterricht in Präsenz begonnen. Der Alltag wird nun von sehr vielen neuen Regeln bestimmt. Umso schöner ist es für die Lehrer/innen zu sehen, wie bereitwillig die Kinder die Neuerungen akzeptieren.
Besonders erfreulich ist es, dass die Schüler/innen bei den Klassenkonferenzen in den einzelnen Klassen selbst nach Lösungen suchen, um traditionelle Dinge weiterzuführen. So z.B. unsere Schulfeiern, die heuer aufgrund der geltenden Corona- Vorsichtsmaßnahmen nicht in der gewohnten Form realisierbar sind. Die Klassen der Oberstufe hatten die Idee, die Schulfeiern klassenintern abzuhalten, anstatt wie bisher alle fünf Reformklassen gemeinsam.

Leider gibt es für manches Bewährtes keine mögliche Anpassung. So kann das Konzept der Schutzengel, bei dem jeder Fünftklässler der Schutzengel für einen Erstklässler wird, heuer leider nicht angewandt werden. Natürlich hatten sich die heurigen Fünftklässler sehr auf die Aufgabe gefreut, verstehen aber auch die Gründe für die Entscheidung.

Die Corona- Zeit ist für die Schulgemeinschaft eine Herausforderung, aber auch eine Chance, die Schule mehr zur „Schule der Kinder“ zu machen, weil es neuen Gestaltungsraum zu füllen gibt.

 
 
 

Unsere Sommerferien

 

Daporta Anita

Montag, 22. Juni 2020

 

Nun haben für die Kinder die wohlverdienten Sommerferien begonnen. Unsere Klassenblogs, im März aus der Not geboren, werden uns aber auch im Sommer begleiten. So sind alle Kinder eingeladen, Besonderes mit der Klassengemeinschaft zu teilen und die Erlebnisse der Mitschüler*innen zu kommentieren. So bleiben wir miteinander in Kontakt.

 
 
 

Medienbildung- Kommunikations- und Informationstechnologie

 

Daporta Anita

Dienstag, 9. Juni 2020

 

Die Klassen der reformpädagogischen Ausrichtung orientieren sich stark an den Gedanken von Celestin Freinet (1896- 1966). Für ihn spielte die Schuldruckerei für den Schriftspracherwerb eine wesentliche Rolle, wobei er aber auch schon erste Versuche mit dem PC, dessen Entwicklung damals aber noch in den Kinderschuhen steckte, machte. Nach Gérard Gretsch in seinem Text „Ein Freinet- Atelier mit Computern“ (welcher auf Blikk verfügbar ist) wäre ein Schreibatelier nach Freinet heute sicher auch mit Computern ausgestattet, weil die Arbeit mit dem PC die fundamentalsten und prinzipiellen Forderungen C. Freinets nach guter Arbeit erfüllen: Seine Pädagogik ist eine Pädagogik der Arbeit. Das heißt, dass die Schüler*innen selbst aktiv sein müssen, freiwillig, physisch und/oder intellektuell. Die Veröffentlichung der Arbeitsergebnisse ist ein unverzichtbarer Teil des Lernprozesses. Die Anstrengung der Kinder, die ihnen nicht vorenthalten werden soll, erfährt dadurch Anerkennung und schafft Erfolgserlebnisse. Gleichzeitig lernen die Kinder auch zu ihren Arbeiten Stellung zu nehmen und mit Kritik umzugehen. Der Austausch und die Kommunikation im Lernprozess sind wesentlich. Das Kind soll sich durch eigene Arbeit am Entstehungsprozess von Dingen beteiligen, wobei es sich zunächst tastend, dann wissenschaftlich- methodisch annähern soll und dann bestimmte Werkzeuge und Sprache benützen wird. So bietet der PC durch seine Vernetzung viele Möglichkeiten sozialen und kommunikativen Lernens, die es in dieser Form sonst nicht gäbe. Das Lernen soll auch die gesellschaftliche Realität widerspiegeln und die Kinder auf das Erwachsenenleben vorbereiten. Dazu gehört heute der Computer unabdingbar. Er hat Einzug in unseren Alltag gehalten und ist gesellschaftlich allgegenwärtig. So bietet sich ein Einsatz in der Schule an.

Aufgrund dieser theoretischen Grundlagen und Erkenntnisse haben bei uns die Arbeit mit dem Computer und der Einsatz der digitalen Medien im Unterricht seinen festen Platz und sind gleichzeitig ein wichtiger Baustein der Qualitätskriterien. Die Schüler*innen werden früh an einfache Aufgaben am PC herangeführt und bei der Entwicklung ihrer Kompetenzen unterstützt. Stehen in der ersten Zeit die Handhabung des Gerätes im Vordergrund, arbeiten die Kinder dann an vorgegebenen Aufgaben, bis sie Sicherheit im Umgang erlangen und sich an freiere Aufgabenstellungen wie Rechercheaufgaben trauen.

In Zeiten des Fernunterrichts entwickeln natürlich alle Schüler*innen nolens volens ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit dem Computer stark weiter. Dabei erfüllen die Kinder die wichtigen Forderungen Freinets nach guter Arbeit spielend: Sie sind selbst aktiv, präsentieren ihre Arbeitsergebnisse, tauschen sich aus, werden gelobt, müssen aber auch mit Kritik zurechtkommen und ihre Lehren daraus ziehen. Deshalb ist der Blikk- Schulblog für unsere Schüler*innen so wertvoll: Der Austausch untereinander, die Interaktion mit den Mitschülern*innen wäre sonst schwer möglich.

 

 

 
 
 

Fernunterricht in den Reformpädagogischen Klassen

 

Daporta Anita

Montag, 20. April 2020

 

Nach einigen Überlegungen zu Beginn des recht abrupt gestarteten Fernunterrichts arbeiten nun alle unsere Klassen mit einem Klassenblog auf blikk.it. Da unsere Schüler*innen die Arbeit auf blikk durch das Nutzen des Leselabyrinths schon kannten, gab es wenige Startschwierigkeiten. Die Kinder der Reformklassen sind freiere Arbeitsformen, offene Aufgabenstellungen und die Bejahung von Eigeninitiative gewöhnt. So zeigt sich, dass die Schüler*innen nun im Blog sehr kreativ und mit viel Einsatzfreude Texte erstellen, Filme drehen und an ihren individuellen Fähigkeiten arbeiten. Natürlich werden auch die Grundkompetenzen mit vorgegebenen Trainingsaufgaben weiter gefestigt.

Der Blog hat natürlich den Vorteil, dass die Kinder nicht nur mit den jeweiligen Lehrerinnen in Austausch kommen, sondern sich auch untereinander unterhalten und austauschen können. Dabei geht es nicht nur um Schulisches, sondern alle erzählen auch von sich, wie sie jetzt die Tage verbringen. Dazu gibt es Fotos und Filme. Zu jedem Beitrag werden viele Kommentare geschrieben, Fragen gestellt, Lob geäußert. So wird der Gemeinschaftsgedanke in unseren Klassen auch in dieser Zeit gepflegt.

 
 
 

Das Schaf als Schatztruhe

 

Daporta Anita

Dienstag, 18. Februar 2020

 

Vom 11. bis 13. Februar 2020 hat bei uns das Projekt „Das Schaf als Schatztruhe“ stattgefunden. Es wurde in Hinblick auf das altersgemischte Lernen in der 3. Und 4. Klasse gemeinsam durchgeführt. Ziele des Projektes waren, dass die Schüler wissen, dass die Schafe zu den wichtigsten und ältesten Haustieren gehören, welchen Nutzen Schafe für uns Menschen haben und wie Schafe leben, wie sie versorgt und gepflegt werden. Durch die 3 Projekttage führten uns Experten, also ein Schafbauer und eine Bäuerin, die zwei ihrer Schafe und zwei Lämmer mit in die Schule brachten.

Am 1. Projekttag sahen die Schüler/innen einen Lichtbildervortrag und durften anschließend im Schulhof eine Schafschur miterleben. Da der Umgang mit Tieren heute für viele Kinder schwer zugänglich ist, war dies auf jeden Fall ein Erlebnis und eine emotionale Bereicherung. Anschließend lernten wir verschiedene Wollarten kennen. Auch die Färbetechniken mit Naturmaterialien waren sehr interessant.

Am 2. Tag standen die praktischen Erfahrungen im Mittelpunkt. Das Spinnen ist als Handwerkstechnik heute fast in Vergessenheit geraten. Umso spannender war es für die Kinder, als sie sich selbst ans Spinnrad setzen durften und aus Schafwolle Fäden spinnen konnten. Dies sollte auch Einblick in die mühevolle Arbeit der Spinner und Weber vermitteln. Danach wurde die geschorene Schafwolle gewaschen, getrocknet, gezupft und kardiert. Hier war Geduld und Ausdauer gefragt!!

Zu guter Letzt stand das Filzen auf dem Programm: jedes Kind durfte seine eigene Raupe filzen.

Wir waren an allen drei Tagen begeistert bei der Sache und durften viel Neues erfahren und ausprobieren. Ein Zitat von C. Freinet bringt es abschließend auf den Punkt:“ Um sich zu bilden, genügt es nicht, dass das Kind jeden Stoff in sich hineinfrisst, den man ihm mehr oder weniger spannend serviert: es muss selbst handeln, selbst schöpferisch sein.“IMG_20200211_091920IMG_20200211_093834IMG_20200213_085349IMG_20200213_094659

 
 
 

Einleitung

 

Malfertheiner Astrid

Malfertheiner Astrid

Freitag, 11. Oktober 2019

Kategorie:

Info
 

An unserer Schule gibt es einen reformpädagogisch ausgerichteten Zug. Da wir manchmal unsere Klassen öffnen und jahrgangsübergreifend arbeiten, befinden wir uns alle im gleichen Stockwerk. Der breite Korridor bietet mit der PC Ecke, einem großen Tisch und weiteren „Plätzchen“ viel Raum für die gemeinsame oder die individuelle Arbeit der Kinder.

Die Grundlage unserer Arbeit in den „Reform-Klassen“ sind nicht einzelne Methoden, sondern prinzipiell die Haltung dem Kind gegenüber. „Den Kindern das Wort geben“ ist eines der Schlagwörter der Freinet- Pädagogik und nimmt auch bei uns einen großen Stellenwert ein. Damit ist gemeint, dass durch geeignete Methoden und Unterrichtstechniken die Kinder zu Wort kommen sollen und ihre Wünsche, Interessen usw. darlegen können. Es werden gewisse Strukturen geschaffen und Material bereitgestellt, um das „zu Wort kommen“ zu fördern. Dies wird zum einen durch bestimmte demokratische Organisationsstrukturen und zum anderen durch die Möglichkeit des freien Ausdruckes verwirklicht. „Frei“ bezieht sich im Rahmen des Unterrichts auf den örtlichen, zeitlichen und inhaltlichen Aspekt.

In unserer Arbeit lehnen wir uns an große Reformpädagogen, insbesondere an C. Freinet und Peter Petersen an. Einige ihrer theoretischen Grundlagen, Arbeitstechniken und Ideen haben wir übernommen oder auch etwas abgeändert. Damit man aber das gesamte Konzept, das hinter unserer reformpädagogischen Arbeit steht, erfassen kann, möchten wir zunächst auf einige theoretische Grundgedanken Freinets und Petersens eingehen und in einem zweiten Schritt konkrete Arbeitsweisen und Ergebnisse vorstellen.

Unsere Arbeit nach reformpädagogischen Grundsätzen gelangt nie an ein Ziel, sondern ist ein stetiger lebendiger Prozess…

 
 
 

Was ist Freinet-Pädagogik?

 

Malfertheiner Astrid

Malfertheiner Astrid

Freitag, 11. Oktober 2019

Kategorien:

TheorieFreinet
 

Der zentrale Gedanke der Reformpädagogik war die Selbsttätigkeit in der Erziehung. Innerhalb der Reformpädagogik finden wir verschiedene Richtungen, die zwar einen Grundkonsens haben, dennoch aber eigene Orientierungen aufweisen. Die Freinet- Pädagogik kann man sich also als eine Richtung innerhalb der Reformpädagogik vorstellen, die eine spezielle Ausrichtung erfahren hat (Vgl. Eichelberger, Harald/ Laner, Christian: Vorwort. In: Eichelberger, Harald ( Hrsg.): Freinet- Pädagogik und die moderne Schule. Innsbruck 2003. S. 7f).

Freinet hat so wie andere Reformpädagogen das Kind und dessen Entwicklung in den Mittelpunkt der Pädagogik gestellt. Montessori und Freinet gehen noch weiter. Für sie hat die Pädagogik nicht die einzige Aufgabe, die Bedürfnisse und Interessen der Kinder wahrzunehmen, sondern für sie auch das bereitzustellen, was sie für ihre Entwicklung brauchen 8 Vgl. Eichelberger, Harald/ Filice, Eva: Freinet- Pädagogik- ein Konzept für jede Schule. In: Eichelberger, Harald (Hrsg.): Freinet- Pädagogik und die modernen Schule. Innsbruck 2003. S. 16).

Die Freinet- Pädagogik ist nicht als etwas Starres anzusehen, sondern ist mehr eine Geisteshaltung von Lehrern und Lehrerinnen. Sie lehnen es ab, für die Freinet- Pädagogik eine einzige Definition zu erstellen. Dazu sagte schon Freinet: „Wir haben niemals eine Regel der Freinet- Pädagogik verordnet. Wir bringen nur ein Bündel erfolgreicher Experimente ein. Wir sagen nicht einmal, daß sie sie so, wie sie jetzt vorliegen, in Ihrer Klasse anwenden sollen. Sie stützen sich vielmehr auf diese gelungenen Experimente, um ihre eigenen Brücken zu schlagen, die Sie vielleicht als einzige überqueren können, weil jede Klasse immer einzig in ihrer Art bleibt, so wie jede Erzieherpersönlichkeit immer in ihrem Charakter einzigartig bleibt“ ( Vgl. C. Freinet, Techniques de Vie, Nr. 3, 1963 (Zeitschrift der Bewegung Ecole Moderne). Zitiert nach Freinet, Elise: Erziehung ohne Zwang. Der Weg Celestin Freinets. Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Hans Jörg. 2., Auflage. Stuttgart 1997. S.140)

Genauso wie es damals Freinet formuliert hat, ist die Arbeit für uns Lehrer/innen nach seiner Pädagogik an unserer Schule etwas Offenes. Wir haben einige Grundsätze und Gedanken, die im Folgenden noch ausgeführt werden, übernommen und haben einiges auch abgeändert, unseren Klassen angepasst oder weiterentwickelt.

 
 
 

Der Arbeitsbegriff Freinets

 

Malfertheiner Astrid

Malfertheiner Astrid

Freitag, 11. Oktober 2019

Kategorien:

TheorieFreinet
 

„Von Arbeit sprechen wir immer dann, wenn das Tätigsein –ob physisch oder geistig- den natürlichen Bedürfnissen des Individuums entspricht und durch diese Tatsache allein schon eine gewisse Befriedigung verschafft. Im gegenseitigen Fall sprechen wir von Aufgabe und Pflicht, die man nur erfüllt, weil man dazu gezwungen wird“ (Vgl. C. Freinet, Techniques de vie, Nr. 3, 1963 (Zeitschrift der Bewegung Ecole Moderne). Zitiert nach Freinet, Elise: Erziehung ohne Zwang. Der Weg Celestins Freinets. Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Hans Jörg. 2. Auflage. Stuttgart 1997. S 140).

Freinet hat ausgehend von seinem Arbeitsbegriff vier Kategorien abgeleitet:

Die erste Kategorie stellt das natürliche Arbeitsbedürfnis dar, das spielerische lernformen ablöst, denn das Kind will die Welt aus eigener Kraft beschreiben, will etwas Sinnvolles tun. Zum Arbeitsbedürfnis gehören das freie Forschen, das tastende Versuchen, die natürliche Methode und der freie Ausdruck.

Die zweite Kategorie umfasst die Arbeitstechniken und Arbeitsmittel, wie etwa Ateliers, Arbeitskarteien, Klassenkorrespondenz, die die Selbsttätigkeit des Kindes anregen sollen. Die „Pädagogik der überflüssigen Erklärungen“ soll somit ersetzt werden.

 Zur dritten Kategorie gehören die verschiedenen Arbeitsstrukturen, die das Kind benötigt, um sich an Disziplin und Formen der Kooperation zu gewöhnen. Durch Strukturen der Klassenversammlung, Übernahme von Ämtern usw. soll das Kind lernen Verantwortung zu übernehmen.

Die vierte Kategorie, die Freinet ableitet, stellen die Arbeitsdokumente dar. Das sind persönliche Lebensbücher, Schülervorträge, Klassenzeitungen und Diplome. Durch solche Dokumente wird die Anstrengung des Kindes, die ihm nicht vorenthalten werden soll, anerkannt und ein Erfolgserlebnis für es geschaffen (Vgl. Hagstedt, Herbert. Freinet- Pädagogik heute und morgen. In: Hagstedt, Herbert (Hrsg.): Freinet- Pädagogik heute. Beiträge zum Internationalen Celestin- Freinet- Symposium in Kassel. Weinheim 1997. S.16ff).

Das Kind soll sich durch eigenen Arbeit am Entstehungsprozess von Dingen beteiligen, wobei es sich zunächst tastend, dann wissenschaftlich- methodisch annähern und bestimmte Werkzeuge und Sprache benützen wird. Arbeiten ist bei Freinet ganzheitlich, lebenswelt- und erfahrungsbezogen (vgl. Freinet 10/1952, S. 312. Zitiert nach Kock, Renate: Befreiende Volksbildung. Frühe Texte von Celestin Freinet und Elise Freinet übersetzt, herausgegeben und mit einer Einführung versehen von Renate Kock. Bad Heilbrunn 1996. S.20).

 
 
 

Freinets Bild vom Kind

 

Malfertheiner Astrid

Malfertheiner Astrid

Freitag, 11. Oktober 2019

Kategorien:

TheorieFreinet
 

Freinet geht davon aus, dass das Kind selbst seine Interessen und Bedürfnisse sehr gut kennt und imstande  ist, diese zu formulieren. Es braucht keinen Erwachsenen, der diese Aufgaben übernimmt. Aus diesem Grunde legt Freinet großen Wert auf die Gestaltung der Umgebung, die Anregend sein soll und dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechen sollte. Im  Entwicklungsprozess schreibt er den Kindern sehr viel Eigenaktivität zu. Wenn das Kind bestimmte Voraussetzungen vorfindet, kann es seine eigene Entwicklung gestalten. Es hat gewisse Kompetenzen, um sich in einem selbst gewählten Rhythmus tastend und entdeckend zu entwickeln. Dem Erwachsenen kommt die Aufgabe zu, das Kind zu unterstützen und für eine angemessene Umgebung zu sorgen. Freinet sieht in dem, was Kinder tun, einen Ausdruck ihrer momentanen Bedürfnisse (Vgl. Klein, Lothar/ Vogt, Herbert: Freinet- Pädagogik in Kindertageseinrichtungen. Entdeckendes Lernen oder „Vom Hunger nach Leben“. Freiburg 1998. S.19f).

Dem Kind wird stets mit Respekt und Achtung begegnet. Ihm wird das Recht zugesprochen, verschieden und einzigartig zu sein. Dieser Punkt kann als eines der wichtigsten Ziele Freinets bezeichnet werden (Ebd., S. 21). Aus diesem Grunde Haben wir eingangs darauf hingewiesen, dass Reformpädagogik nicht mit bestimmten Unterrichtsmethoden gleichgesetzt werden kann, sondern, dass es primär um die Haltung zum Kind geht.

In der Schule muss das Kind die Möglichkeit haben, sich zu einer selbstverantwortlichen Persönlichkeit zu entwickeln. Das setzt voraus, dass der Erzieher die kindlichen Bedürfnisse berücksichtigt, dem Kind Raum für die eigene Entfaltung gibt, es seinem natürlichen Wissensdrang in Auseinandersetzung mit der Umwelt nachkommen kann, es lehrt Verantwortung zu übernehmen, es als mitverantwortliches Glied der Klassengemeinschaft ansieht und ihm ein positives soziales Leben in der Klasse ermöglicht ( Vgl. Baillet, Dietlinde: Freinet- praktisch. Beispiele und Berichte aus Grundschule und Sekundarstufe. 4., unveränderte Auflage. Weinheim und Basel 1995. S.17).

 

 
 
 

Freie Entfaltung im schriftlichen Bereich

 

Malfertheiner Astrid

Malfertheiner Astrid

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Kategorien:

TheorieFreinet
 

Kinder haben ein natürliches Mitteilungs- und Kommunikationsbedürfnis. Der Erzieher hat dies zu berücksichtigen, indem er den Kindern die Möglichkeit gibt, ihre Persönlichkeit durch Austausch und Kommunikation frei zu entfalten. Freinet bietet dafür verschiedene Ausdruckstechniken an, die jedes Kind ausprobieren und dann auswählen kann über welche Technik es etwas mitteilen möchte. Zu diesen Unterrichtstechniken gehören der Freie Text, die Druckerei, die Klassenzeitung und die Korrespondenz.

Beim Freien Text kann das Kind selbst bestimmen, wo und wann es schreibt. Er hilft dem Kind seine Gedanken unter Berücksichtigung der Rechtschreibung festzuhalten. Wichtig ist, dass das Kind in seinem Ausdruck respektiert wird, auch wenn es nicht den intellektuellen und ästhetischen Anforderungen des Erwachsenen entspricht. Die Klassenzeitung enthält freie Texte, freie Bilder, Spiele und vieles mehr. Durch die Arbeit an einer Klassenzeitung können neue Arbeitsmöglichkeiten entstehen und man kann sie auch mit anderen Klassen austauschen und somit eine Korrespondenz aufbauen. Diese bietet den Kindern authentische Kommunikation und bahnt gegenseitiges Verstehen, Kooperation und Freundschaft an.

 
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