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Neurobiologische Grundlangen des Lernens (2)
zweites Referat von Peter Singer
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Die Erkenntnisse der Hirnforscbung bestätigen viele Aussagen bekannter Lernpsychologen

 

 

2.2 Ziele der Hirnforschung
In der Ausgabe vom 5.3.1999 der "Neue Mittelland Zeitung" werden als Ziele der Hirnforschung zehn Bereiche genannt, wobei Forschungsbereiche der Pathologie im Vordergrund stehen. Drei Bereiche beschäftigen sich aber mit Fragen und Ansätzen, die Lehrer interessieren müssen. Die mittelfristigen Forschungsziele der "Europäischen Dana Allianz für das Gehirn" sind:

  1. Entdeckung der Gene, die an Schizophrenie und manisch-depressiven Erkrankungen beteiligt sind
  2. Verstehen, Vorbeugen und Behandeln von Alzheimer, Parkinson und anderen schwerwiegenden degenerativen Erkrankungen des Nervensystems
  3. Fortschritte in der Behandlung von Hirnschlägen und Rückenmarkverletzungen
  4. Entdeckung von Genen, die an Hör- und Sehschwäche beteiligt sind
  5. neue Ansätze in der Schmerzbehandlung
  6. Entwicklung nicht-invasiver Methoden zur Diagnose neurobiologischer und psychiatrischer Erkrankungen
  7. Fortschritte im Verständnis und in der Behandlung von Suchtkrankheiten
  8. verstehen, wie das Gehirn lernt und sich erinnert
  9. neue Erkenntnisse bezüglich der Hirnentwicklung, wie Kinder lernen
  10. Entdeckung der Funktionsweise des Gehirns.

2.3. Für das Lernen relevante Aussagen
Gerald F. Fischbach, Professor für Neurobiologie an der Harvard University in Cambridge, stellt fest, dass das Gehirn die komplexeste aller im Universum bekannten Strukturen ist. Es besteht aus einer Billion Zellen, davon 100 Milliarden Neuronen, im Kortex befinden sich 20 Milliarden (zum Aufbau der Neuronen und der Struktur des Gehirns siehe Anhang). Man weiß heute, dass das Gehirn sich ständig verändert (Plastizität), es entstehen auch neue Neuronen, und zwar bis ins hohe Alter hinein. So stimmt es auch nicht, dass das Gehirnwachstum mit drei Jahren abgeschlossen ist. Das Gehirn verändert sich laufend. Es arbeitet auf verschiedenen Ebenen zugleich, nicht linear eben. Es laufen komplexe, wenn auch relativ gut bekannte elektrochemische Prozesse ab. Neuronen können max. etwa 200mal in der Sekunde feuern. Die Geschwindigkeit von Nervenimpulsen beträgt 100 m/sec, was eher langsam ist. Das Tempo geistiger Prozesse kann deshalb nur mit der Verknüpfung tausender Neuronen und der parallelen Zusammenarbeit unter ihnen erklärt werden. Bei einfachen linearen Abläufen ist uns der PC aber überlegen. Die unterschiedlichen Strukturen im Gehirn deuten auf unterschiedliche Aufgaben hin; viele davon sind in Ansätzen erforscht.

 

 

Die Eltern der Schüler/innen der ersten Klassen gewinnen Einblick in die Lernumbebung Schule, indem sie selber üben, wie die Schüler/innen lernen.

 

Für unsere Arbeit sind folgende Erkenntnisse von Bedeutung:

  1. Wenn wir denken und handeln, orientieren wir uns nicht an Regeln.
  2. Alle geistigen Prozesse sind in hohem Maße beweglich und kaum kontrollierbar.
  3. Der Aufbau unseres Gehirns ist nicht genetisch festgelegt.
  4. Wir lernen, indem wir die Verbindungen unter den Neuronen aufbauen und verändern. Wir lernen nicht Einzelheiten, sondern Strukturen. Wir lernen am Anfang rasch, später zunehmend langsamer. "Spiel ist die unmittelbare Konsequenz von Lernfähigkeit".
  5. Das Gehirn speichert rationell.
  6. Unser Gehirn ist in hohem Maße plastisch.
  7. Unser Gehirn beschäftigt sich vorwiegend mit sich selbst.
  8. Wir lernen nicht nur in einer Richtung (z.B. vom Konkreten zum Abstrakten).
  9. Es gibt einen großen Unterschied beim Lernen von Tatsachen und Fähigkeiten
siehe dazu weitere Ausführungen
 
 
     
 
 

© Pädagogisches Institut der deutschen Sprachgruppe - Bozen - 2000