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Klassenkonferenz: Erfahrungen und Gedanken (14/15)

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Volgger Alexa

Mittwoch, 20. Januar 2016

Kategorie:

Reformpädagogik
 

Mich per Handzeichen zu Wort zu melden und zu warten, bis ich aufgerufen werde - dies erforderte anfangs sehr viel Disziplin von mir, bin ich es doch gewohnt, einschreiten und sprechen zu können, wann ich es für nötig empfinde. Bei den ersten Konferenzen griff ich manchmal ein, z.B.: wenn ein Konflikt nicht geklärt werden konnte oder der Moderator nicht weiter wusste und das Gespräch ins Stocken geriet. Einige Stichworte von meiner Seite halfen in diesen Fällen weiter. Ab der dritten Klassenkonferenz konnte ich mich immer mehr zurückhalten, da ich erkannte, wie toll die Kinder Verantwortung für sich selber und die Gemeinschaft übernahmen. Kinder mit großer Sozialkompetenz blühten auf, weil sie dabei helfen konnten, Konflikte zu klären. Kinder, die eher zurückhaltend wirkten, trauten sich plötzlich, etwas anzusprechen, das ihnen am Herzen lag. Bei jenen Kindern, die häufig in Konflikte verwickelt waren und daher fast immer bei "kritisieren" aufschienen, war die größte Entwicklung zu beobachten. Sie erkannten, dass ihre Beschwerden von den anderen Kindern genauestens geprüft und hinterfragt wurden und mussten sich nicht selten von ihren Klassenkameraden zurechtweisen lassen. Auf der anderen Seite erlebten sie auch, dass jeder genügend Raum hat, um seine Sicht der Dinge darzulegen und dass es nicht darum geht, den Schuldigen ausfindig zu machen, sondern zukünftige Streitigkeiten zu vermeiden und friedlich miteinander umzugehen. Einige Kinder haben erkannt, dass es einen Unterschied zwischen positiver und negativer Aufmerksamkeit gibt - dass es angenehm ist, wenn sie bei "gratulieren" jemandem ein Kompliment machen anstatt z.B.: bei "kritisieren" in Verbindung mit einem Konflikt gebracht zu werden.

Die Kinder betonen immer wieder, wie wichtig ihnen die Klassenkonferenz sei - und auch für mich als Lehrerin ist sie zum festen Bestandteil des Mittwoch Vormittag geworden. Oftmals trage auch ich mich in die Felder ein und kann Angelegenheiten mit den Kindern auf Augenhöhe besprechen - ohne belehrenden und zurechtweisenden Charakter, sondern als Teil der Klassengemeinschaft.

 

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