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Der Jenaplan - eine Pädagogik für die Schule von morgen
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    von Harald Eichelberger            


Bildungsgrundformen und
Organisation des Unterrichtes

Zur kosmischen Erziehung

Charakteristik statt
Zensur im Jenaplan

Illustrationen -
Freinet-Pädagogik

 

 

 

Integrationsklassen mit
hörgeschädigten und
hörenden Kindern

 

 

 

Bedürfnisse der Kinder

Die Individualisierung des Unterrichtes durch das Bereitstellen pädagogischer Situationen ist ein wesentliches Element des Schullebens nach dem Jenaplan. In jeder Jenaplan-Schule wird der individuelle Prozess des sinnentdeckenden Lernens im Vordergrund der pädagogischen Arbeit stehen. Wie z.B. jemand nach einem Gespräch über bestimmte Themen denkt, ist seine Sache.

Das Besprechen der Probleme und die Übertragung von Fachkenntnissen sind darum zwei verschiedene Sachen. Diese Kenntnisse liefern die notwendige Basis für einen sinnvollen Dialog. Wird nichts mit den Kenntnissen gemacht, dann bleiben sie steril. Werden diese nicht erlebt, physisch, rational und emotional, dann bleibt die Integration aus, dann füttern wir im Unterricht nur das Gedächtnis ...

Eine Schule für alle

Ein Schulkonzept nach dem Jenaplan bietet die Möglichkeit der Gestaltung einer sehr flexiblen und kindgerechten Schulorganisation und Schuleingangsphase durch die Lehrer.

Die Organisation der Schule erfolgt nicht mehr nach Jahrgangsklassen. Stammgruppen mit den pädagogischen Vorteilen

  • der Altersheterogenität,
  • das voneinander- und miteinander Lernen;
  • ein hoch differenzierter und individualisierender Unterricht,
  • Schülermitplanung und Schülermitgestaltung bei Schulorganisation,
  • die Betonung des Gespräches und der Feier und
  • die Freiheit der Schulgestaltung nach einer Ausgangsform

charakterisieren ein Schulkonzept nach dem Jenaplan.

   

 

Umsetzung in der Praxis

 

 

 

Schule gestalten

"Aus der Schule als Ganzem etwas Neues zu machen, d. h. das ganze Schulleben von Grund auf radikal zu ändern. Und dann gelte es, dort hinein den Unterricht zu setzen und sorgfältig zu prüfen und zu erproben, wie sich dieser ändern werde, wenn man gezwungen sei, immer jenes neue Schulleben zu erhalten, die neue Schulgesinnung zu bewahren, also kurz gesagt:
Den Unterricht der Erziehung zu unterwerfen, zuerst Erzieher, dann erst Lehrer zu sein."
(Klaßen, Theodor, F., Zur Entstehungsgeschichte des Jenaplans, in: Westermanns Pädagogische Beiträge 1952, S. 449-452.)

Ein Lehrer für alle

Ein derartiges Schulkonzept ist auch auf Peter Petersens Hoffnung begründet,

... "dass diejenigen Lehrer, welche der Schuljugend nicht als Parteipolitiker und nicht als Werkzeuge politisierender Konfessionen dienen wollen, welche also die Idee des pädagogischen Tuns zum Leitgedanken ihrer alltäglichen Berufsarbeit erheben, immer noch die große Mehrheit der Lehrerschaft bilden".
(Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule. In: Röhrs, Hermann (Hg.), Die Schulen ..., S. 209 ff.)

Die Jenaplan-Schule ist überkonfessionell, interkulturell und lehnt weltanschauliche Ausgrenzung ab. Damit ist eine Jenaplan-Schule nicht nur eine Schule der Gegenwart, sondern ebenso eine Schule der Zukunft.

 
     

Eichelberger, Harald & Wilhelm, Marianne (Hg.), Der Jenaplan - eine Pädagogik für die Schule von morgen

 
"Wer sich in der Reformpädagogik einigermaßen auskennt, stellt fest, dass der größte Teil heutiger Initiativen für innere Schul- und Unterrichtsreformen direkt oder indirekt auf Ideen der Reformpädagogik des ersten Jahrhundertdrittels zurückgeht oder als Wiederentdeckung solcher Ideen anzusprechen ist."
(Klafki, Wolfgang, Aufgaben der Grundschule und der Grundschulreform. In: Erziehungswissenschaft, Erziehungspraxis, H.1/1986, S. 4.)

Wer die Trends europäischer Schulentwicklung beobachtet und verfolgt, wird feststellen, dass die Realisierung eines einzelnen reformpädagogischen Konzeptes als solches kaum mehr Priorität besitzt. Vielmehr steht die Nutzung der Ideen der Reformpädagogik zur Kreation eines neuen, aktuellen und modernen schulischen wie auch außerschulischen pädagogischen Konzeptes im Vordergrund des Interesses von Lehrern, Eltern und Schülern.

Im Lichte dieser Entwicklung stellen wir an jedes Konzept der Reformpädagogik die Anforderung der möglichen Aktualisierung an die individuellen und sozialen Bedürfnisse der Menschen, die nach dieser Konzeption in der Schule zusammen leben werden.

Der Jenaplan ist ein Konzept, das (hauptsächlich) von den Betroffenen immer neu geschaffen und getragen wird, nach deren Bedürfnissen und in deren Verantwortung. Der Jenaplan ist ein Konzept, das die Integration anderer pädagogischer Ideen in ein Gesamtkonzept ermöglicht. Der Jenaplan ist ein individualisierendes und gemeinschaftsförderndes pädagogisches Konzept. Und er ist ebenso ein integratives Konzept.

 
     

© Pädagogisches Institut der deutschen Sprachgruppe - Bozen - 2000