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Tablets - neue Möglichkeiten

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Digitale Medien als Inklusionsstütze (3/16)

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KuntnerIrmtraud

Donnerstag, 26. Juni 2014

 

Eine unerwartete Funktion erhielten die Tablets in unserer Reformklasse 3C der Grundschule Gries, als im April ein Junge aus China zu uns kam. Er war weder der deutschen Sprache noch deren Schriftzeichen mächtig. In den ersten zwei Wochen ging uns auch niemand zur ersten Integration dieses Migrantenkindes zur Hand. Denkbar schwer war jegliche Kommunikation, mit Hilfe eines Wörterbuches gelang es, die allernötigsten organisatorischen Informationen weiterzugeben. Die Familie des Jungen überließ ihn sich selbst.  Von Lernarbeit konnte da keine Rede sein…bis er die Tablets entdeckte. Er riss ein Gerät an sich, stellte sogleich auf chinesische Sprache um und nutzte verschiedene Anwendungen. Er begann auch, andere Kinder bei der Durchführung von Experimenten zu filmen und traute sich dadurch schließlich selbst an die Versuche heran. Sehr hilfreich war ihm und uns auch Google Maps, vor allem wenn es darum ging, Treffpunkte für Lehrausgänge mit dem Jungen zu vereinbaren. Google Maps gab ihm auch den Mut, die erste Präsentation seines persönlichen Themas „Ich komme aus China“ vorzuführen. Gewandt und sehr anschaulich für das Publikum zeigte er am Tablet eine Luftaufnahme seiner Heimatstadt, gab zu verstehen, dass er mit dem Flugzeug reiste, in Mailand landete und schließlich mit dem Auto nach Bozen-Italy (wie er es nennt) kam. Er erntete großen Applaus und Komplimente. Von nun an ging´s aufwärts. Im mathematischen Bereich beschäftigte er sich häufig mit Sudokus, ebenso interessierte ihn die Arbeit mit Fotobearbeitungsprogrammen. Zielgerichtetes Sprachenlernen gelang ihm vor allem durch die Apps busuu und babbel, denn er lehnte jegliche kontinuierliche, individuelle Unterstützung durch eine Lehrperson ab, wollte ebenso frei seine Arbeit angehen, wie alle anderen Kinder in dieser Reformgruppe.

Am Ende des Schuljahres fiel ihm die Rückgabe „seines“ Tablets verständlicherweise besonders schwer.

 

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